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Modelle & Dioramen
Mein   Modell   zeigt   eine   Blackburn   Roc   der   No.759   NAS,   die   im   Herbst   1939   von   der   RNAS   Donibristle   aus   geflogen   worden   ist.   Die   Maschine   ist   in   Originalfotos ganz gut dokumentiert, was bei der Gestaltung eines möglichst realistischen Aussehens natürlich sehr geholfen hat. Der   Bausatz,   den   Special   Hobby   2007   auf   den   Markt   gebracht   hat,   besitzt   zumindest   eine   unbestreitbare   Qualität:   als   einzig   verfügbarer   lässt   er   den   Bau   einer Blackburn   Roc   zu.   Wobei…..   „lässt   zu“   eine   ganz   treffende   Formulierung   ist,   denn   leider   machen   Layout   wie   Passgenauigkeit   der   Teile   die   Sache   nicht   ganz einfach. Fast   jeder   Teil   muss,   um   auch   nur   einigermaßen   passgenau   verbaut   werden   zu   können,   nachbearbeitet   werden.   Einige   Teile   habe   ich   ob   ihrer   schaurigen Ausführung   überhaupt   weggelassen   und   mit   selbst   gebauten   Teilen   ersetzt.   Dies   gilt   etwa   für   das   stabilisierende   Strebewerk   vor   den   Zylindern   des   Perseus   XII Motos.   Der   je   vierteilige Aufbau   der Tragflächen   muss   unbedingt   nachverstärkt   werden,   aus   der   Schachtel   gebaut,   wird   er   kaum   eine   stabile   Verbindung   ergeben können.
Modell - Journal
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Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro.sachsenhofer@gmx.at Roland Sachsenhofer
Die   beiden   Rumpfschalen   weisen   leider   einen   derart   gewaltigen   Verzug   auf,   dass   ich   mehrmals   mit   Cyanacrylatkleber   die   auftretenden   Kräfte   bändigen   musste. Leider   muss   man   auch   dem   als   Klarsichtteil   ausgeprägtem   Kabinenaufbau   ähnliches   nachsagen;   auch   hier   ergaben   sich   Spalten   von   mehreren   Millimeter.   Die Rückwand des Piloten-Cockpits fällt zu groß aus, sodass sie ordentlich zurechtgestutzt werden muss, um irgendwie noch verwendet werden zu können. Vorsicht    ist    auch    bei    Verwendung    des    Bauplans    angesagt.    Bauschritt    5    verlangt    etwa    zeichnerisch,    die    MG    –Läufe    an    die    Verschlusstücke    zu    kleben. Richtigerweise müssen sie aber auf der genau gegenüberliegenden Seite in die entsprechenden Vertiefungen geklebt werden. Allerdings   kann   ich   aber   auch   sagen,   dass   die   Ausstattung   des   Bausatzes   mit   Ätzteilen   und   solchen   aus   Resin   recht   üppig   ausfällt   und   einige   schön   Details ermöglicht. So ist die Darstellung der komplexen und recht kleinteiligen Bombenracks sehr eindrucksvoll darstellbar. Abschließend   ist   zu   resümieren:   das   ist   eindeutig   ein   Bausatz   für   den   erfahrenen   Modellbauer   mit   ausgeprägtem   Langmut   und   dem   wirklichen   Willen,   eine Blackburn Roc in der Vitrine haben zu wollen! Hat man diese Herausforderung bewältigt, wird man mit einem wirklich seltenen und interessanten Stück britischer Luftfahrtgeschichte belohnt.
Modell, Bilder und Text: Roland Sachsenhofer
Baustufen:
Special Hobby, 1/48 Ein Beitrag von Roland Sachsenhofer Über   zwei   Jahre   hat   dieses   Modell   der   Blackburn   Roc   nun auf   meinem   Werktisches   verbracht,   mehr   als   einmal   ist   sie dabei    auch    in    die    Nähe    des    Mistkübels    geraten.    Die Gründe   dafür   werde   ich   im   folgenden   Text   ein   wenig   aus- führen.   Allerdings,    das    darf    ich    sagen,    bin    ich    schluss- endlich    sehr    froh,    durchgehalten    und    diesen    seltenen Vogel zu einem herzeigbaren Ende gebracht zu haben! Die   Roc   war   die   zweite   britische   Konstruktion,   mit   der   das Konzept     eines     mit     einem     Geschützturm     bewaffneten Jagdflugzeuges    umgesetzt    worden    war.    Nicht    umsonst erinnert   die   Roc   an   die   bekanntere   Boulton   Paul   Defiant der    RAF:    beide    Flugzeuge    sollten    mit    ihren    schweren „Breit-seiten“ von vier 7,7mm MGs gegnerische Bomber
bekämpfen.   Der   Gedanke   dabei   war,   das   Jagdflugzeug   parallel   zur   Flugbahn   des   Bombers   zu   setzen   und   diesen   mit   seitwärts   gedrehtem   Waffenturm   zu beschießen. Im   tatsächlichen   Einsatz   sollte   sich   jedoch   bald   zeigen,   dass   dieses   Einsatzkonzept   eine   Kopfgeburt   der   Theoretiker   war.   Die   Zeit   der   Kurvenkämpfe   und   des klassischen   „dogfights“   war,   anders   als   vorausgesagt,   eben   doch   nicht   vorbei.   Abschüsse   gelangen   den   „Turmjägern“   beinah   nur   dann,   wenn   sie   selbst   ihre Waffen gegen einen von hinten oben angreifenden Gegner zum Tragen bringen konnten, der von ihrer nach rückwärts gerichteter Feuerkraft nichts ahnte. Die   wenigen   Male,   in   denen   eine   Blackburn   Roc   Feindkontakt   hatte,   bestätigten   dieses   Bild.   Der Abschuss   einer   Ju   88,   die   gemeinsam   mit   Skuas   angegriffen worden war, gilt als einziger bestätigter Luftsieg.
Die   Konstruktion   selbst   war   eine   Adaption   der   Blackburn   Skua,   der   man   einen   von   Boulton   Paul   entworfenen   Drehturm-   denselben   übrigens,   der   auch   in   der Defiant   eingebaut   wurde-   verpasst   hatte.   Weiters   wurden   gerade   Flächenenden   anstelle   der   leicht   nach   oben   geschwungenen   der   Skua   eingebaut   und   die   flache Mulde, welche die Bombenlast des Sturzkampfbombers halb aufnehmen konnte, weggelassen. Die   Einsätze   in   den   ersten   Kriegsmonaten   zeigten,   dass   der   Turm   zu   einer   zu   großen   Beeinträchtigung   an   Geschwindigkeit   und   Beweglichkeit   führte,   als   das   das Muster   den   Anforderungen   eines   zeitgemäßen   Jagdflugzeugs   entsprechen   hätte   können.   Die   meisten   der   rund   166   gefertigten   Rocs   wurden   daher   nach   dem Frühling 1940 zu Zielschleppern oder Trainern umgebaut und in dieser Rolle bis gegen Kriegsende verwendet.