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Modelle & Dioramen
Tamiya 1/48 Ein Beitrag von Werner Scheibling Vorwort: Wenn    Sie    beim    Betrachten    der    Fotos    folgender    Gedanke befallen    sollte:    'Da    hat    doch    der    Dilettant    tatsächlich    beide Querruder   abgesenkt!'   -   dann   lesen   Sie   bitte   dennoch   weiter!   Für diese Anomalie gibt es nämlich einen guten Grund. Birdcage   Corsairs   der   ersten   Baureihe   bis   einschließlich   BuAer No.    02541    senkten    tatsächlich    beide    Querruder    um    ein    paar Grad    ab,    wenn    die    Landeklappen    ausgefahren    wurden!    Die Querruder    behielten    auch    in    dieser    Position    ihre    normale Funktion. Das   Maß   an   zusätzlich   erzeugtem   Auftrieb   war   aber   so   gering, dass    Vought    ab    BuAer    No.    02542    auf    diesen    komplexen Mechanismus   verzichtete   und   eine   normale   Querruderfunktion verbaute (s. 'Aircraft Pictorial No. 7' von Dana Bell).
Aires: Die   beiden   verwendeten   Zurüstsätze   (Cockpit   und   Fahrwerkschächte)   bestechen   auf   den   ersten   Blick   mit   einer   Fülle   von   hervorragend   herausgearbeiteten Details und sind perfekt aus sehr belastbarem PU-Harz gegossen, das auch mal härteren Zugriff verzeiht ohne gleich zu zerbröseln. Aber:   Beide   Sets   sind   nur   dem   erfahrenen   Modellbauer   zu   empfehlen,   da   sie   stundenlange   Vorarbeit   mit   Fräser   und   Schleifpapier   benötigen.   Beide Rumpfhälften    und   Tragflächen    müssen    in    den    betreffenden    Sektoren    fast    bis    auf    Papierstärke    herunter    geschliffen    werden,    damit    ein    problemloser Zusammenbau    möglich    ist.    Ich    habe    mir    angewöhnt,    diese    Teile    zunächst    mit    Sekundenkleber    zu    fixieren    und    anschließend    an    den    unsichtbaren Außenkanten großzügig mit Zwei-Komponenten-Epoxy-Kleber zu sichern. Denn wenn alles mal fertig zusammengebaut ist und der Sekundenkleber bricht wieder los … alles schon erlebt. Das Aires Cockpit-Set hat zwei problematische Punkte: 1.   Es   ist   eigentlich   für   eine   spätere   Corsair-Variante   modelliert,   ich   denke   so   etwa   ab   F4U-1D   (spätes   Mk   VIII   Reflexvisier,   schräggestellt,   ohne   Reflektorglas, Waffenauswahlschalter   ['eyebrow-panels']   links   und   rechts   auf   der   Instrumentenbrettabdeckung).   Nebenbei   sei   noch   erwähnt,   dass   die   Lederpolsterung entlang der Kante viel zu dünn ausgefallen ist. 2.   Jetzt   wird’s   richtig   problematisch:   Instrumentenbrett   und Abdeckung   säßen   viel   zu   weit   vorn,   würde   man   alles   unverändert   zusammenbauen.   Bei   offenem Cockpit stäche dies sofort ins Auge. Und warum sollte man die Cockpithaube schließen, wenn man sich zuvor so viel Mühe beim Detaillieren gemacht hat? Also   bleibt   nur   eins   übrig,   wenn   man   diese   Kröte   nicht   schlucken   möchte:   Eine   Instrumentenbrettabdeckung   selbst   anfertigen,   sägen,   fräsen,   schleifen   und mit viel 'dry fitting' in die richtige Position bringen. Nicht gerade das, was unsere englischsprachigen Freunde als 'drop in replacement' bezeichnen.
Anmerkungen zum Bausatz und zum Bau des Modells: Der   von   mir   verwendete   Bausatz   stammt   aus   dem   Jahr   2010.   Die   Kunststoffteile   wurden   auf   den   Philippinen   gespritzt,   so   besagt   es   das   Kleingedruckte   der Kartonverpackung. Leider, leider ist die Spritzgussqualität nur noch 2. Klasse und kann mit den in Japan gefertigten neuen Bausätzen nicht mithalten. So   musste   ich   mit   äußerst   lästigen   Sinkstellen   auf   beiden Tragflächen   und   beiden   Rumpfhälften   kämpfen.   Die   Sinkstellen   in   den Tragflächen   lassen   sich   nur äußerst schwierig beseitigen, da sie sich im Bereich der Stoffbespannung befinden, wo Spachteln und Schleifen nicht angeraten ist. Die 97er Edition dieses Bausatzes hatte die Sinkstellen nicht, wie ich an meinem noch vorhandenen ersten Modell nachprüfen konnte. Tamiya   bietet   dem   Modellbauer   die   Möglichkeit,   die   Tragflächen   auch   nach   oben   gefaltet   zu   positionieren   (was   m.E.   die   charakteristische   Corsair-Silhouette völlig verhunzt und den Blick ins Cockpit verhindert). Macht   man   hiervon   keinen   Gebrauch,   muss   man   sich   darauf   einstellen,   dass   die   Übergänge   vom Tragflächenmittelstück   zu   den   beiden Außensegmenten   an der Faltlinie nicht exakt passen und die Klebestellen 'out of box' nur minimal belastbar sind. Ich   habe   daher   die   Anstoßstellen   mit   dünnen   Kunststoffstreifen   unterlegt   und   somit   deutlich   verlässlichere   Klebestellen   erzeugt,   die   auch   das   spätere Handling   bis   zur   Fertigstellung   überlebten.   Leider   müssen   die   besagten   Übergänge   anschließend   kräftig   mit   Sandpapier   nachgearbeitet   und   die   Trennlinien neu graviert werden.
Modell - Journal
kitchecker
Modell, Bilder und Text: Werner Scheibling
Die   von   mir   gebaute   Corsair   mit   dem   Spitznamen   'Ramblin   Wreck'   ist   ein   Modell   einer   frühen   F4U-1   mit   der   BuAer   No.   02386   und   verfügte   demnach   wohl über den oben näher beschriebenen Mechanismus. Tamiya   hat   diese   Tatsache   bei   der   Konzeption   seines   48er   Modells   leider   nicht   berücksichtigt   -   obwohl   es   'out   of   box'   eigentlich   nur   mit   ausgefahrenen Landeklappen   gebaut   werden   kann.      Tatsächlich   gibt   es   so   gut   wie   kein   Foto   einer   geparkten   Corsair   mit   ausgefahrenen   Landeklappen.   Wollte   man   seine Corsair mit eingefahrenen Klappen bauen, so erforderte dies langwierige chirurgische Manipulationen - oder aber den Umrüstsatz von Ultracast.
Vector: Vector   bietet   sowohl   einen   Pratt   &   Whitney   R-2800   Sternmotor,   als   auch   eine   hochdetaillierte   Motorverkleidung   für   die   Corsair   an.   Auf   den   Motor   habe   ich verzichtet,   da   die   Zylinderköpfe   in   Form   und   Ausführung   dem   Original   nur   sehr   entfernt   ähneln.   Das   verblüfft   mich   etwas,   da   Vector   sonst   ausgesprochen originalgetreue Replikate anbietet. Der   Zurüstsatz   für   die   Motorverkleidung   hingegen   ist   ein   Traum.   Eigentlich   handelt   es   sich   ja   nur   um   einen   neuen   Frontring   und   die   ringförmig   am   hinteren Ende angebrachten Regulierungsklappen für die Kühlluft. Diese werden in voll geöffnetem Zustand dargestellt. Für das zylindrische Mittelsegment muss das Original-Tamiya-Teil verwendet werden, nachdem der Frontring sehr sorgfältig entfernt wurde. Um den Artikel nicht zu sehr ausufern zu lassen, verweise ich zur Detailbeschreibung einfach an die entsprechenden Fotos. Eduard: Als Motor habe ich nach langer Recherche schließlich den P & W R-2800-10 aus dem Brassin Zurüstsatz für Eduards Grumman Hellcat verwendet. M.E.   handelt   es   sich   hierbei   um   die   beste   und   originalgetreueste   Reproduktion   eines   frühen   R-2800,   die   man   momentan   erwerben   kann.   Die   Master   für   die Gussformen wurden offensichtlich mittels CAD-Technik entworfen und mit einem 3D-Drucker hergestellt. Genauer geht's fast nicht mehr. Der   fertige   Motor   passt   millimetergenau   in   die   Tamiya   Motorhaube,   woraus   ich   schließe,   dass   sowohl   Tamiya   als   auch   Eduard   sehr   genau   am   Original   Maß genommen haben. Ultracast: Abgasstutzen, Pilotensitz und Räder. Mein Kommentar: Fantastische Liebe zum Detail und extrem originalgetreu. Beim Sitz habe ich zusätzliche seitliche Federschienen für die Sitzhöhenverstellung aus Draht angefertigt.
Einige ganz persönliche Anmerkungen bezüglich Tarnanstrich und Markierungen von BuAer No. 02386: Zunächst   möchte   ich   ganz   deutlich   zum   Ausdruck   bringen,   dass   ich   die   Arbeit   von   Roy   Sutherland   als   Chef   seiner   Firma   'Barracuda   Studios'   und   seine Selbstverpflichtung gegenüber Detailtreue und historischer Genauigkeit im höchsten Maße schätze. Ohne den von ihm konzipierten Schiebebilderbogen wäre mein Modell wahrscheinlich nie Realität geworden. In   der   sehr   detaillierten   Anleitung   von   BarracudaCals   spricht   der   Verfasser   'von   dem   einen   bekannten   Foto   dieser   Maschine'.   Ich   konnte   dieses   Foto   nach längerer   Internetrecherche   schließlich   in   ganz   passabler Auflösung   (s/w)   im   Web   finden.   Es   ist   auch   im   Squadron/Signal-Heft   1145   'Corsair   in Action'   und   im Squadron/Signal-Heft 6177 'Marine Fighting Squadron One-Twenty-One (VMF-121)' zu finden. 'Ramblin   Wreck'   war,   wie   der   Spitzname   schon   erahnen   lässt,   eine   weit   herumgekommene,   recht   alte   und   ziemlich   mitgenommene   Birdcage   Corsair,   die schon   durch   viele   Hände   gegangen   war.   Sie   war   noch   im   Frühjahr   1944   auf   der   Pazifikinsel   Espiritu   Santo   in   Marines-Diensten   (das   Aufnahmedatum   des Fotos   wird   in   verschiedenen   Quellen   mit   März   aber   auch   Mai   1944   angegeben.)   Das   Foto   zeigt   eine   Gruppe   von   mehreren   geparkten   Corsairs.   Es   dürfte auf   'Turtle   Bay Airfield'   entstanden   sein,   welches   aus   planiertem   Korallen-Sand   bestand,   der   die Abriebeigenschaften   von   grobem   Sandpapier   besitzt.   Wohl kein anderer Kriegsschauplatz setzte den Lackierungen von Flugzeugen (und deren mechanischen Bauteilen) in derartigem Maße zu. 'Ramblin   Wreck'   (Indiv.Nr.   386)   steht   im   Vordergrund   und   die   Backbordseite   ist   etwa   im   Halbprofil   zu   sehen.   Die   Landeklappen   sind   voll   ausgefahren,   das linke Querruder und die Höhenruder sind geringfügig abgesenkt. Das Seitenruder ist leicht nach Steuerbord eingeschlagen. Die   Cockpits   aller   abgebildeten   Maschinen   sind   wegen   der   extremen   Sonneneinstrahlung   mit   Planen   abgedeckt.   Darunter   zeichnet   sich   jeweils   die charakteristische   Beule   der   Cockpithaube   ab,   worunter   ein   Rückspiegel   montiert   war.   Auffällig   ist   weiterhin,   dass   'Ramblin   Wreck'   auf   den   kurzen,   hinter dem   Cockpit   sitzenden   Antennenmast   und   den   verlängerten   Spornradarm   umgerüstet   wurde,   so   wie   sie   bei   allen   späteren   F4U-1   ab   Werk   eingebaut wurden. 'Ramblin   Wreck'   wurde   offensichtlich   am   Kriegsschauplatz   neu   gespritzt   bzw.   nachlackiert,   und   zwar   in   einem   Drei-Ton-Tarnschema,   das   in Ausführung   und wohl auch Farbkombination nicht den standardisierten Vorgaben entsprach. Zu den eigentlichen Farbtönen später mehr. Die 'Bars' der Nationalitätskennzeichen sind nur in Weiß ausgeführt; die Umrandung in Insignia Blue fehlt. Die   Blechstöße   im   Bereich   des   Rumpftanks   sind,   wie   bei   den   meisten   frühen   Corsairs,   mit   weißem   Klebeband   abgeklebt.   Damit   sollte   übrigens,   wie   Dana Bell auszuführen weiß, nicht der Austritt sondern das Eindringen von überlaufendem Benzin beim Tanken verhindert werden. Was   den   Schriftzug   'Ramblin   Wreck'   und   die   'Nose-Art'   auf   der   Motorabdeckung   links   angeht,   muss   ich   passen,   da   die   Auflösung   des   mir   zu   Verfügung stehenden   Fotos   für   eine   Identifizierung   nicht   ausreicht. Tatsache   ist,   dass   'da   etwas   ist',   besser   kann   ich   es   nicht   verifizieren.   Ich   gehe   mal   davon   aus,   dass Roy Sutherland und seinen Rechercheuren besseres Fotomaterial, bzw. Insider-Informationen zur Verfügung standen. Direkt   hinter   '386'   steht   eine   Birdcage   Corsair   (Indiv.Nr.   462)   im   klassischen   Zwei-Ton-Tarnschema   (Non-specular   Blue   Gray   /   Light   Gray)   der   frühen Pazifikkriegsjahre. Dies ermöglicht sehr gute Grauwert-Vergleiche mit unserer Maschine im Vordergrund. Nun   zu   ein   paar   ganz   persönlichen   (aber   für   jeden   Betrachter   leicht   nachvollziehbaren)   Rückschlüssen,   die   ich   aus   dem   eingehenden   Studium   des besagten Fotos gezogen habe und wo ich mir erlaube, von den BarracudaCals-Instruktionen abzuweichen: Die   gesamte   Motorverkleidung,   einschließlich   der   Kühlluftklappen,   ist   auffallend   heller   als   der   Rest   der   Maschine.   Der   Grauwert   kommt   demjenigen der im Hintergrund geparkten Corsair in verwittertem Blue Gray Finish sehr nahe. Die   Oberseiten   des   gesamten   Höhenleitwerks   weisen   die   gleiche   Grauwert-Tonalität   wie   das   Seitenleitwerk   und   der   Mittelteil   des   Rumpfes   auf.   Eine Lackierung im sehr dunklen Non-specular Sea Blue (das auf dem Rumpfrücken deutlich zu sehen ist) kann man wohl ausschließen. Die   äußere   (faltbare)   Sektion   der   linken   Tragfläche   weist   auf   ihrer   Oberseite   die   gleiche   Grauwert-Tonalität   wie   der   Mittelteil   des   Rumpfes   auf.   Da   die Landeklappen   voll   ausgefahren   sind   (bei   geparkten   Corsairs   eine   absolute   Seltenheit),   kann   man   eine   klar   erkennbare   farbliche   Trennlinie   zwischen der   äußeren   und   den   beiden   inneren   Klappen   entlang   der   Tragflächen-Faltlinie   erkennen.   Die   Steuerbord-Tragfläche   ist   in   diesem   Foto   nicht erkennbar.   Allerdings   sind   die   abgesenkten   Klappen   zu   sehen   und   auch   auf   dieser   Seite   gibt   es   ganz   klar   den   besagten   Farbunterschied   zwischen äußerer   und   den   beiden   inneren   Klappensegmenten.   Dies   bedeutet,   dass   die   äußeren   faltbaren Traglächensegmente   kannibalisierte   Ersatzteile   einer in   Blue   Gray   /   Light   Gray   gefertigten   Maschine   waren   oder   ….   dass   bei   'Ramblin   Wreck'   nur   die   Rumpfoberseiten   und   das   Tragflächenmittelteil   in Non-specular   Sea   Blue   nachlackiert   wurden!   Ich   tendiere   zu   letzterer   Alternative.Ich   würde   auch   nicht   ausschließen,   dass   'Ramblin   Wreck'   gar   nicht komplett   in   den   offiziell   vorgegebenen   Standardfarben   Non-specular   Sea   Blue,   Intermediate   Blue   und   White   umlackiert   wurde,   sondern   dass   der Einfachheit   halber   nur   die   Rumpfoberseite   und   das   Tragflächenmittelteil   im   dunklen   Sea   Blue   gespritzt   wurden,   um   so   im   Zusammenwirken   mit   der fabrikseitig aufgebrachten Tarnung in Blue Gray und Light Gray wenigstens den Anschein eines offiziellen Drei-Ton-Schemas zu erwecken. Die   unumstößliche   Wahrheit   werden   wir   nach   mittlerweile   72   Jahren   wohl   nicht   mehr   erfahren   -   es   sei   denn,   das   Original   S/W-Negativ   ist   noch   verfügbar und könnte mit der neuesten Bildbearbeitungs-Software für Forensikzwecke ausgewertet werden. Hier muss jeder Modellbauer seine ganz persönliche Entscheidung treffen.
Finish: Die   Farbgebung   meines   Modells   habe   ich   wie   immer   mit   meinen   beiden   stets   zuverlässig   arbeitenden   IWATA-   Airbrushes   mit   0,3-   und   0,2   mm-Düsen durchgeführt. Der   primäre   Farbauftrag   erfolgte   mit   den   US-Navy-Basisfarbtönen   von   Aeromaster   Acrylics   (Sea-Blue,   Intermediate   Blue,   Light   Gull   Gray,   Blue   Gray).   Die Farben in ihren Glasfläschchen stammen von 1997 und sind immer noch so frisch wie am ersten Tag. Ich konnte es selbst kaum glauben. Diesen   Primärfarbauftrag   habe   ich   dann   mit   zahlreichen   Schattierungen   stark   verdünnter   US-Navy-Farbtöne   von   Vallejo   und   Xtracrylics   aus   der   0,2   mm IWATA überlagert. Abschließend wurden noch mehrere Filter aus winzigen verwischten Ölfarbpunkten und Pastellkreidestaub aufgetragen. Die   Blechstöße   akzentuierte   ich   wie   immer   mit   dunklen   Pastellkreidestäuben,   Künstlerölfarben,   die   ich   in   geruchsarmem   Ölfarbenverdünner   löse,   aber   auch dunklen   Kalligraphie-Tinten   in   destilliertem   Wasser. All   diese Techniken   lassen   sich   fast   komplett   rückgängig   machen,   sollte   man   einmal   zu   dick   aufgetragen haben. Die   Nassschiebebilder   lässt   BarracudaCals   bei   Cartograf   in   Italien   drucken.   Die   Motive   sind   bis   ins   kleinste   Detail   messerscharf   gedruckt   und   die   Deckkraft der   Farben   ist   auch   sehr   überzeugend.   Jedoch   ist   das   Insignia   Blue   der   'Stars   and   Bars'   für   mein   Auge   viel   zu   dunkel   ausgefallen   -   da   fast   schwarz.   Das mag   vielleicht   bei   einer   fabrikneuen   Maschine   durchgehen,   aber   nicht   bei   einem   Flugzeug,   das   schon   mehrere   Jahre   tropische   Sonneneinstrahlung genossen hat. Ich habe daher Nationalitätszeichen von einem alten Aeromaster-Decals-Bogen verwendet. Der   Trägerfilm   der   Cartograf-Decals   ist   zwar   glasklar   und   dünn,   weigerte   sich   aber   hartnäckig,   auf   die   mir   zur   Verfügung   stehenden   Weichmacherlösungen anzusprechen (als da wären: MicroSol, Tamiya, MR.Hobby). Da benötigt man wirklich eine härtere Droge. Für Anregungen wäre ich sehr dankbar. Letztendlich   musste   ich   die   Schiebebilder   entlang   der   Blechstöße   mit   dem   Skalpell   einschneiden   und   ca.   zehnmal   MicroSol   auftragen,   bis   sich   irgendetwas tat. Tamiya- und MR.Hobby-Lösungen waren gänzlich wirkungslos. Der   Bau   meiner   zweiten   48er   Corsair   hat   mir   sehr   viel   Spaß   gemacht.   Ich   habe   einige   neue   Techniken   und   Problemlösungen   ausprobiert.   Und   wenn   man bedenkt,   dass   ich   mit   diesem   Projekt   ein   gutes   Jahr   Modellbaufreude   hatte,   erscheinen   auch   die   Mehrausgaben   für   die   ganzen   Extras   in   einem   etwas sanfteren Licht. Werner Scheibling
Bausatz und verwendete Zurüstteile:   Tamiya Birdcage Corsair, 61046*2500 Vector Corsair Detailed Cowl, VDS48-047 Ultracast F4U Corsair Seats with American harness 48028 Ultracast F4U Corsair /F6F Hellcat Wheels 48187 Block Tread Ultracast F4U-1 Corsair Exhausts, 48204 Aires F4U-1 Cockpit Set, 4228 Aires F4U Corsair Wheel Bay, 4073 Eduard F4U-1 Birdcage Corsair, EX061 Flexible Mask Eduard Brassin R-2800-10 engine, 648056 Quickboost Mk VIII American gun sights, QB 48016 BarracudaCals F4U-1 Birdcage Corsairs part 1, BC 48153
Baustufen:
Als   ich   1997   meine   erste   Birdcage   Corsair   im   Maßstab   1/48   baute,   war dieser   Kit   erst   kurz   zuvor   von   Tamiya   auf   den   Markt   gebracht   worden.   Ich hatte   mein   Hobby   gerade   nach   einer   längeren   Erwachsenwerdensperiode neu   angepackt   und   war   von   der   sprichwörtlichen   Qualität   dieses   Her- stellers regelrecht fasziniert. Das   Modell,   das   ich   heute   vorstellen   möchte,   ist   also   mein   zweiter   Ver- such,   fast   zwanzig   Jahre   später,   und   ich   habe   das   Thema   diesmal   mit ordentlich   Resin-Zubehör,   zwei   guten   Airbrushes   und   deutlich   erweiterten Modellbaufertigkeiten angegangen. Mein   Leitgedanke   war,   möglichst   viele   Details,   die   Tamiya   in   seine   neue faszinierende   32er   Corsair   gepackt   hat,   auch   im   kleineren   Maßstab   darzu- stellen. Zwangsläufig wurde dies ein sehr zeit- und arbeitsintensives Projekt.