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Baubeschreibung: Der   von   Special   Hobby   auf   den   Markt   gebrachte   Ju   88   C-4   Bausatz   besteht in   der   Basis   aus   dem   Ju   88   Kit   von   ICM,   der   durch   einen   Spritzling   für   den neuen   Bugbereich   (Waffen,   Metallnase,   Munitionskisten   und   Bodenwanne), sowie   Resinteile   für   den   Umbau   auf   die   C-4   Variante   ergänzt   wurde.   Der sauber   gedruckte   Decalbogen   mit   den   Kennungen   und   den   Wartungshin- weisen stammt von Catograf. Vor   dem   Bau   sollte   man   sich   für   eine   der   drei   Lackiervarianten   (zwei   Ju´s   in schwarz   und   eine   in   grau)   entscheiden,   da   sich   diese   Maschinen,   obwohl sie   alle   C-4   Varianten   sind,   doch   teilweise   baulich   im   Cockpit   und   Motoren- bereich unterscheiden. Als   kompl.   Neuentwicklung   hat   mich   der   Grundbausatz   etwas   enttäuscht, da   der   Vergleich   mit   den   Unterlagen   fehlende   Gravuren   aufzeigten,   und auch   etliche   Sinkstellen   auf   Tragflächen,   Rudern   und   Rumpf   zu   finden waren.   Hier   hätte   ICM   statt   in   die   Darstellung   der   Motoren,   etwas   mehr Detailarbeit in die Oberfläche der Ju88 stecken sollen. Doch   nun   zum   Bau:   Die   Variantenentscheidung   fällt   bereits   im   Cockpit- bereich, da sich die Maschinen im C-Stand unterscheiden, und somit ver-
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Die   im   Grundbausatz   enthaltenen   Scheiben,   welche   die   Kühlerringe   darstellen   sollen,   weisen   fast   keinerlei   Struckturen   auf,   und   wurden,   was   sehr   zu empfehlen   ist,   durch   Eduardteile   ersetzt,   da   die   Kühler   sehr   präsent   sind.   Hier   wurden   auch   die   zwei   horizontalen   kl.   Segmente   herausgetrennt,   da   hier normalerweise   die   Belüftungsrohre   zu   sehen   sind.   Separate   Kühlerklappen   sind   zwar   auch   schön,   hätte   man   sich   aber   sparen   können,   da   diese   bei   am Boden stehenden Maschinen, außer der Motor läuft, geschlossen sind, deshalb wurden diese aus Ätzteilresten ebenfalls neu angefertigt. Das Modul der neuen Bugspitze ist passgenau, wie auch, was ich nicht gedacht hätte, die Kanzelverglasung. Die Verglasung ist sehr sauber und durchsichtig ausgeführt, wodurch man nach dem Zusammenbau noch viel im Cockpitbereich sehen kann. Im   Bereich   zw.   Bugspitze   und   Frontverglasung   wurde   aus   Plastiksheet   eine   zusätzliche   Verstärkung   angebracht.   Ich   denke,   es   handelt   sich   hier   um   eine Zusatzpanzerung, die die Front schützen sollte. Für   die   Lackierung   wurden   Model   Master   und   Revell-Farben   verwendet.   Für   das   Abdecken   der   Kanzel   besorgte   ich   mir   die   Maskierfolien   von   Eduard,   die aber   nur   bedingt   brauchbar   waren,   da   die   Klebefelder   für   die   Seitenscheiben   zu   klein   waren.   Nach   der Alterung   mit   Vallejo   Wash   wurden   zum   Schluss   noch die Antennendrähte gespannt, und die Isolatoren mit eingedickter Farbe dargestellt. Nach   Abschluß   der   Projektes   Ju88   C-4   von   Special   Hobby   bin   ich   etwas   zwiespältig.   Der   Bausatz   besitzt   sehr   schöne   Resinteile,   top   Decals,   aber   der Grundbausatz hinkt etwas hinterher. Im Ganzen hat es doch Spaß gemacht. Joachim Weidinger
Modell, Baustufenfotos und Text: Joachim Weidinger Modellfotos: Thomas Schneider
Special Hobby, 1/48 Ein Beitrag von Joachim Weidinger Über   die   historischen   Werdegang   der   Ju   88   werde   ich   an dieser   Stelle   nicht   weiter   eingehen,   da   es   darüber   viele ausführliche Berichte und Buchabhandlungen gibt. Nur   so   viel,   die   Ju   88   C   war   als   Fernnachtjäger   regelrecht der   Stachel   im   Fleisch   des   Gegners.   1940   war   die   Nacht- jagd   noch   in   den   Kinderschuhen.   Es   gab   weder   die   radar- geführte   Nachtjagd,   noch   gab   es   besondere   Taktiken   für die nächtliche Jagd auf feindliche Bomber. Oberst     Kammhuber,     Kommandeur     der     1.     Nachtjagd- division   musste   aus   dem   Nichts   ein   Verfahren   entwickeln, die    nächtlich    einfliegenden    Bomber    abzufangen.    Seine Idee   war   eine   zweigeteilte   Nachtjagd,   zum   Einen   die   her- kömmliche    Methode,    die    Bomber    beim    Einflug    zu    be- kämpfen,    zum    Anderen,    die    Fernnachtjagd,    d.h.    die Bekämpfung   der   Feindmaschinen   direkt   an   ihren   Basen bei Start und Landung.
Als   ideales   Flugzeug   erwies   sich   die   moderne,   schnelle   und   mit   genügend   Reichweite ausgestattete   Ju   88.   Die   dafür   vorgesehene   Ju   88   C   besaß   keinerlei   elektronische   Ein- und   Anbauten   wie   z.B.   Radar,   dafür   erhielt   sie   eine   Metallnase,   gespickt   mit   MG´s   und Kanonen.   Die   Ju   88   C-2   Nacht-/Fernnachtjäger   waren   nur   umgebaute A-5,   während   die   C- 4 neugebaute als auch umgebaute A-5 waren. Die   Erfolge   gaben   dem   Prinzip   recht.   Die   Fernnachtjagd   kam   aber   nie   über   die   Gruppen- stärke   (ca.   20-30   Maschinen)   hinaus,   da   Oberst   Kammhuber   einen   starken   Wiedersacher im   Generalstab   der   Luftwaffe   hatte,   und   die   Ju   88   für   den   Offensivkrieg   benötigt   wurde. Das   Prinzip   der   Fernnachtjagd   fiel   dann1941   endgültig   der   Politik   zum   Opfer.   Hitler   wollte das    die    britischen    Bomber    über    den    dt.    Städten    abgeschossen    werden,    um    der Bevölkerung   aus   propagandistischen   Gründen   die   Erfolge   zeigen   zu   können.   Abschüsse über   England   hätten   keinen   Wert,   das   man   sie   nicht   beobachten   konnte.   Daraufhin   wurde die   Fernnachtjagdgruppe   in   den   Mittelmeerraum   verlegt,   und   der   Luftwaffe   wurde   eines der   schärfsten   Schwerter   gegen   die   Bomber   der   RAF   genommen.   In   ca.   zehn   Monaten Einsatz verlor die RAF über 140 Bomber über ihren eigenen Plätzen.
schiedenen   Bewaffnungen   aufweisen,   bzw.   Munitionszuführungen   besitzen.   Die   Flugzeugkanzel   ist   gut   ausgestattet,   und   der   Zusammenbau   geht   schnell von der Hand. Bei den Farbbeschreibungen ist die Bauanleitung leider etwas eintönig, und man sollte sich auf Fotos zusätzlich orientieren. An   den   Trommelmagazinen   wurden   die   Handgurte   aus   Tamiya-Klebeband   ergänzt.   Auch   fanden   in   Cockpit   teilweise   Ätzteile   von   Eduard   Verwendung,   um einige   Bereiche   zu   verfeinert.   Eingebaut   wurden   z.B.   die   Instrumente   von   Eduard,   aber   die   Funkgerätewürfel   wurden   vom   Bausatz   übernommen,   da   diese eine   bessere   Tiefenwirkung   haben.   In   den   ersten   Baustufen   wird   auch   die   Spornradanlage   eingebaut,   das   Spornrad   selbst   wurde   wegen   der   Bruchgefahr durch   eine   Messingachse   verstärkt,   und   erst   ganz   am   Ende   montiert.   In   dieser   Phase   wurde   auch   der   Teibstoffschnellablass   am   Rumpfende   durch Ätzteilreste verlänger und in der Form der frühen Version angepasst. Die   Verheiratung   des   Rumpfes   mit   dem   unteren   Tragflächenmittelteil   war   zwar   etwas   fummelig,   aber   mit   etwas   biegen   und   drücken   kam   alles   an   seinen Platz.   Die   gesamten   Ruder   liegen   separat   bei,   und   die   Höhenruder   bleiben   sogar   nach   der   Montage   noch   beweglich   und   können   jederzeit,   in   jeder   beliebigen Position   eingestellt   werden.   Die   Montage   der Tragflächen   erforderte   etwas   sanfte   Gewalt,   da   das   Rumpfmittelstück   gerade   ist   und   nicht   die   leichte   V-Stellung der späteren Tragflächenposition aufweist (eine herkömmliche Rumpf- Tragflächenverbindung wäre besser gewesen).
Die   Gravuren   an   den   Unterseiten   der   Tragflächen   sind   durch   den Aufbau   der   Tragflächenhälften   nicht   vollständig   bzw.   falsch.   Die   Gravuren   und   Nieten   bzw. Verschraubungen   wurden   ergänzt,   Positionsbohrungen   der   Bombenschlösser   verschlossen.   Auch   der   Rumpfrücken   bekam   teilweise   neue   Gravuren   im Bereich    der    Tankanlagen.   An    der    Rumpfunterseite    wurden    die   Antennen    entfernt,    und    duch    Messingröhrchen    und    Draht    ersetzt.    Die    Montage    der Schleppantennne    (D9)    wurde    im    Bauplan    vergessen,    und    ebenfalls    aus    Messingröhrchen    neu    aufgebaut.    An    den    Tragflächenenden    wurden    noch Bohrungen,   für   die   später   ergänzten   Positionslischter   angebracht.   Bei   der   Bodenwanne   wurden   im   Bauplan   falsche   Teilenummern   verwendet,   so   ist   A7=L9 und A17=L8. Der Landescheinwerfer passte durch einen Versatz der Tragflächen Ober- und Unterseite nicht, und wurde neu angefertigt. Da   die   Fenster   der   Bodenwanne,   bei   meinem   Bausatz   nicht   in   die   Specal   Hobby   Teile   passten,   entschloss   ich   mich,   den   vorderen   Teil   von   SpHo.   und   den hinteren Bereich vom Basisbausatz zu nehmen. Das   Fahrwerk   wurde   nach   Plan   montiert,   mit   Eduard   Ätzteilen   und   Bremsschläuchen   ergänzt.   Des   weiteren   wurden   die   Radachsen   durch   Messinröhrchen ersetzt, um mehr Stabilität und Festigkeit zu bekommen. Die   Motoren   sind   sehr   schöne   Nachbildungen,   aber   für   meinen   Geschmack   zuviel,   da   dadurch   die   Triebwerksverkleidungen   auf   mehreren   Einzelteilen bestehen,   was   die   Passgenauigkeit   doch   teilweise   beeintrechtigt,   und   die   meisten   Modellbauer   vermutlich   die   Ju   mit   geschlossenen   Triebwerken   bauen werden. Dieser Aufwand wäre in mehr Außendetails (Gravuren) meiner Meinung nach besser investiert gewesen. Über   den Auspuffstutzen,   welche   ausgebohrt   wurden,   sind   noch   zusätzl.   Lüftungsrohre   angebracht,   da   ich   später   die   Siluette   der   Kühlerringe   noch   verändern wollte.
Unterlagen: Aero Detail Nr.20 Junkers Ju88 Kagero Nr.16 Junkers Ju88 Bomber Variants Classic Nr.23 Junkers Ju88 Vol. One From Schnellbomber to Multi-Mission Warplane Internet Farben: Revell: -Nr.6 ; Nr.9 ; Nr.75 ; Nr.78 ; Nr.37 ; Nr.90 Model Master: -Klarlack matt und seidenmatt -Nr. 20861 RLM 76 Lichtblau -Nr. 2085   RLM 75 Grauviolet -Nr. 2084   RLM 74 Graugrün Pastelkreide von Rembrand Vallejo Wash: 76.514 Dark Brown 76.516 Gris Gray
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