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Modelle & Dioramen
Wie   bei   den   neuen   Airfix   Bausätzen   üblich,   ist   die   Detailierung   ausreichend,   aber   nicht   überbordend.   Keinen   Nachteil   bedeutet   das   für   das   Cockpit,   in   das wirklich   kein   Blick   mehr   dringt,   ist   der   Rumpf   einmal   verschlossen.   Hier   lohnt   einzig   die   Nachdetaillierung   der   beiden   Pilotensitze.   Lässt   man   die   Einstiegsluke offen-   eine   Bausatzoption-   könnte   man   bei   entsprechender   Gelenkigkeit-   eventuell   die   Arbeitsplätze   der   drei   WSO   Offiziere   erahnen;   allerdings   wird   selbst   in diesen   Fall   die   Ausgestaltung   des   Bausatzes   ausreichen.   Ich   selbst   habe   zwar   das   Interior   Set   von   Eduard   erworben,   allerdings   wurde   es   aus   den   oben genannten Gründen nur in jenen Teilen, die für die beiden Sitze vorn gedacht waren, verbaut. Für   mich   war   bei   diesem   Projekt   eine   herausfordernde   Besonderheit,   dass   dieses   große   Modell   mit   einer   mehr   oder   minder   makellosen   weißen   Lackierung gefasst   werden   sollte.   Weiß   ist   im   Auftrag   eine   nicht   unheikle   Farbe,   die   eine   gewisse   Geduld   erfordert.   Mehrere   Sprühgänge   mit   entsprechender   Zeit   zum Durchtrocknen   sollen   hier   einen   überzeugenden   Farbaufbau   gewährleisten.   Dabei   sollte   auch   eine   Vorschattierung   mit   nicht   zu   dunklen   Grautönen   dafür   sorgen, dass das Weiß zum Schluss nicht „tot“ auf der Oberfläche liegt.
Modell - Journal
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Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro.sachsenhofer@gmx.at Roland Sachsenhofer
Die   Detaillierung   ist-   wie   oben   angesprochen-   ausbaufähig.   Verbesserungen   habe   ich   vor   allem   im   Bereich   des   gut   einsehbaren   Fahrwerks   mit   Kupferdrähten und   diversen   Litzen   vorgenommen.   Die   Pitot-Rohre   wurden   mit   ineinander   geschobenen   Nadelkanülen   ersetzt.Die   Decals,   die Airfix   bei   Cartograph   drucken   hat lassen,   sind   über   jeden   Zweifel   erhaben   und   lassen   sich   wunderbar   verarbeiten.   Beeindruckend   ist   dabei   übrigens   die   Fülle   an   „stencils“,   die   beim   Aufbringen zwar eine Menge Zeit kosten, aber den Gesamteindruck wesentlich aufwerten.   Die   original   um   die   33   Meter   Spannweite   und   Länge   ergeben   auch   72-mal   verkleinert   eine   recht   ansehnliche   Größe.   Die   fertiggestellte   Valiant   steht   wahrlich mächtig auf ihren sechs Reifen und ist in ihrem weißen Kleid ein wahrer „Hingucker“. Ich kann den Bausatz von Airfix wirklich allen Interessierten empfehlen; einzige Voraussetzung ist viel Platz in der Vitrine.  
Modell, Bilder und Text: Roland Sachsenhofer
Baustufen:
Airfix, 1/72 Ein Beitrag von Roland Sachsenhofer Die   Vickers   Valiant   zeigt   die   Leistungsmerkmale   und   die technische   Auslegung,   die   ein   moderner   Strahlbomber   zu Beginn   der   50er   Jahre   aufweisen   musste,   um   in   der   ersten Liga bestehen zu können. Von   Beginn   an   wurde   der   Entwurf   bewusst   konservativ ausgelegt   und   unter   Verwendung   bewährter   Technologien konstruiert.    Grund    dafür    war    der    Gedanke,    bei    einem möglichen   Scheitern   der   beiden   technisch   wesentlich   ehr- geiziger    und    riskanter    angelegten    „V-Bomber“    Projekte, der   Avro   Vulcan   und   der   Handley   Page   Victor,   auf   jeden Fall    einen    einsatzfähigen    Atom-Bomber    im    Arsenal    zu haben. Insofern erscheint es nachvollziehbar, dass die Valiant ne-
ben ihren Geschwistern ein wenig bieder wirkt. Nichtsdestotrotz   ist   sie   ein   mächtiges   und   eindrucksvolles   Flugzeug,   dass   mit   ihren   klassischen   Formen   auch   ästhetisch   zu   gefallen   weis.   Fast   35   Meter Spannweite,   eine   Waffenlast   von   an   die   10   000   Kilogramm   und   eine   Höchstgeschwindigkeit   von   über   900   Km/h   konnten   sich Anfang   der   1950er   Jahre   schon sehen lassen! Die   Valiant   war   der   erste   der   drei   „V-Bomber“,   der   1955   in   Dienst   gestellt   werden   konnte;   allerdings   musste   sie   auch   als   erster   des   Tripletts   wieder   aus- gemustert werden: das Angriffsprofil für die schweren Bomber wurde zu Beginn der 60er Jahre so geändert, dass der Anflug im extremen Tiefflug durchgeführt werden   sollte.   Die   dabei   auftretenden   Kräfte   führten   1964   in   einem   ersten   Fall   zum   Versagen   eines   Flügelholms,   woraufhin   die   gesamte   Valiant-Flotte   bald Flugverbot erhielt.
Mein   Modell   zeigt   XD857,   eine   Valiant,   die   ab   1963   bei   49.th   Squadron   in   Marham   als   Träger   der   britischen   Wasserstoffbombe   eingesetzt   worden   ist. Auffallend bei dieser Maschine sind die aufgehellten Markierungen, die, nach Denkweise der Zeit, die Hitze des atomaren Feuers besser abstrahlen sollten. Als Airfix   im   Jahr   2011   die   Valiant   im   attraktiven   „kleinen“   Maßstab   herausgebracht   hatte,   war   meine   Freude   groß;   der   Bau   der   drei   „V-Bomber“   war   in   realistische Nähe   gerückt.   Nachdem   es   seit   kurzem   auch   die   Handley   Page   Victor   in   zeitgemäßen   Formen   von   Airfix   zu   erstehen   gibt,   fehlt   eigentlich   nur   noch   eine Neuausgabe der Vulcan! Bei   der   Valiant   hat   Airfix   jedenfalls   beste   Arbeit   geliefert.   Passgenauigkeit   und   Sinnhaftigkeit   des   Formenaufbaus   sind   als   sehr   gelungen   zu   bezeichnen.   In   der Schachtel   findet   man   übrigens   auch   die   modifizierte   Bombenschachtklappe   für   die   Tankerversion;   allerdings   sind   die   vier   Markierungsoptionen   für   drei   Valiants   in der Bomber-Rolle sowie einem der Prototypen vorgesehen.