© Thomas Schneider  originalundmodell.de  2014    V1.12
©   kitchecker.com 2017
Diese Seite beinhaltet folgende Themen: Aktuelle Luftfahrzeuge Museumsexponate Kurioses für den Modellbauer Im Detail (walk arround)
Modelle & Dioramen Modell - Journal
kitchecker
Brengun, 1/72 Ein Beitrag von Arne Goethe Geschichtliches: Mit    der    Z-726    endete    die    lange    Reiher    der    „Trenér“    Kunstflugzeuge     des     tschechoslowakischen     Herstellers Zlin;   das   letzte   Hochleistungskunstflugzeug   mit   Bedeutung war    die    Z-526AFS.    Auf    dieser    Basis    waren    in    Zukunft keine     konkurrenzfähigen     Hochleistungs-Kunstflugzeuge mehr     möglich     und     so     begann     1973     eine     völlige Neuentwicklung    bei    Zlin.    Das    neue    Muster    wurde    als komplett    in    Metall    gefertigter    Einsitzer    ausgelegt    und wurde mit einem Lycoming AEIO-540 ausgerüstet. 1975   erfolgte   der   Erstflug   und   schon   im   folgenden   Jahr machte   sich   das   neue   Muster   als   Z-50L   einen   Namen   bei den   Kunstflugweltmeisterschaften   in   Kiew.   In   den   nächsten Jahren folgten weitere Varianten (LA, LS) mit leistungsge-
steigerten   Triebwerken   und   Verstellpropellern. Auf   der   Z-50   wurden   1983   die   Europameisterschaft   und   1984   die   Weltmeisterschaft   gewonnen.   Der   Lycoming- Motor   stellte   zu   dieser   Zeit   ein   gewisses   „Politikum“   dar,   handelte   es   sich   hier   doch   um   ein   amerikanisches   Triebwerk,   welches   mit   entsprechender   Währung bezahlt sein wollte. So wurde als Alternative auch eine leistungsschwächere Variante Z-50M mit dem M-137AZ – Motor gebaut.
Die    Bausatzteile    sind    allesamt    gut    ausgeformt und passen auch gut auf die Risszeichnungen. Ein   wenig   Hand   anlegen   aber   sollte   man   doch;     das   Aufbohren   der   Kühlauslässe   etwa   oder   das ausdünnen   der   ungünstig,   da   zweiteilig   ausge- legten Tragflächenhinterkanten. Das   Cockpit   baut   sich   mit   den   zusätzlichen   Foto- ätzteilen   richtig   gut,   die   Rumpfhälften   passen   gut zusammen   und   die   Haube   auch   noch   gut   auf das   Cockpit   -   und   da   bis   hierhin   alles   gut   von   der Hand ging, warum nicht auch noch sämtliche
Ruder   heraustrennen   und   in   Funktion   darstellen?   Wer   das   macht,   aber   schön   Vorbildfotos   und auch   die   (richtigen!)   Gravurlinien   beachten.   So   ganz   einfach   ist   das   an   den Tragflächen   nämlich nicht…
Man   sollte   natürlich   auch   recherchieren   und   wissen,   was   mein   da   eigentlich   baut. Aus   dem   Bausatz   heraus,   ohne   Änderung   (Ölkühler   beachten),   ist   nur   die   LS- Variante möglich, optional mit verkleideten oder unverkleideten Fahrwerken. Die   vielen   und   gut   recherchierten   Decals   wollen   dabei   auch   genau   beachtet   sein.   Ich   jedenfalls   wollte   eine   LS   im   typischen   Standard-Anstrich   mit   Peilrahmen haben.   Die   Bausatzdecals   scheiden   damit   schon   aus.   Nach   Durchsicht   der   mir   vorliegenden   Fotos   und   der   möglichen   Variierbarkeit   der   vorhanden   Bausatz- Decals   kam   die   OK-TRO   in   Betracht.   Dieses   Exemplar   hat   nun   wieder   verkleidete   Räder,   ein   trickiger   Aufwand,   welcher   bedacht   sein   möchte.   Schon   das gleichmäßige   Biegen   der   einteiligen   Fahrwerksstrebe   ist   nicht   ganz   ohne,   zumindest   wenn   man   etwas   Wert   auf   Geometrie   legt.   Es   gibt   da   zwar   noch   diese Strebe   als   zweiteilige   Plastikausführung,   welche   bei   mir   jedoch   auf   Grund   der   Materialstärke   sofort   ausschied.   Dann   noch   die   verkleideten   Räder   mittels winziger Ätzteile korrekt anmontieren ist auch nicht so schnell erledigt.
Auffallend   beim   Blick   auf   die   Vorbildfotos   sind   die erhabenen     Nietreihen,     welche     auf     den     natur- metallenen Flächen besonders auffallen. Nietreihen    werden    im    Modellbau    in    der    Regel gestochen   und   gerändelt,   was   ja   schon   einen   ge- wissen   Aufwand   bedeutet.   An   diesem   Modell   aber ist   solche   Vorgehensweise   nicht   wirklich   vorbild- getreu:   die   Nieten   wären   versenkt   und   rein   farblich sollten   sie   sich   eher   heller   von   der   Oberfläche   ab- heben.   HGW   aus Tschechien   bietet   erhabene   Niet- reihen auf Decalfilm an, das Ganze auch noch in
verschiedenen   Maßstäben   und   Abständen.   Daran   habe   ich   mich   nun   an   diesem   Modell   versucht.   Ich   mache   es   ganz   kurz:   sehr   viel   Aufwand   für   ein   kaum sichtbares   Ergebniss   –   und   das,   obwohl   ich   48er   Nietreihen   verwendet   habe   (die   72er   sind   nach   einem   Farbauftrag   gleich   unsichtbar).   Das   Ganze   war   am   Ende doch   recht   frustrierend   für   mich,   ich   tröste   mich   mit   dem   Wissen,   das   ich   dennoch   alle   Nietreihen   auf   dem   Modell   habe   –   auch   wenn   man   die   eben   kaum   bis   gar nicht sieht.
Die    Grundlackierung    erfolgte    mit    mehreren   Alclad-Metalltönen,    dann    konnte    das    letztlich    entscheidende   Abenteuer    beginnen:    das   Auftragen    der    roten Zierstreifen.   Ich   habe   mir   ja   den   Maskierbogen   dazu   besorgt   –   zur   Sicherheit   mehrmals.   Nun,   alle   diese   Bögen   waren   nicht   richtig   geschnitten.   Alle   geraden Schnittkanten   waren   „zerhackt“.   Bei   allen   mir   zur   Ansicht   gekommenen   Bögen   anderer   Modellbauer   war   dies   übrigens   auch   der   Fall.   Also   wirklich   brauchbar waren   diese   Masken   also   leider   nicht.   So   habe   ich   mir   den   größten   Teil   der   Masken   selber   zugeschnitten.   Besonders   kompliziert   ist   das   bei   den   Zierstreifen   am Rumpf,   hier   sollte   man   Vorbildfotos   genau   studieren.   Warum   eigentlich   hat   Brengun   keine   Decals   für   die   roten   Zierstreifen   gemacht   ?   –   dies   wäre   die   beste Lösung gewesen. Übrigens, bei dem Maskenset für die Z-50M sind keine Fehler vorhanden.
Die   Kennungen   konnte   ich   mir   leicht   aus   den   vorhanden   Kennern zurecht   schneiden,   alle   anderen   Decals   für   die   OK-TRO   sind   von Haus aus bei den Bausatzdecals enthalten. Nun    noch    diverse    Kleinteile    wie    Anlenkungen,    Gegengewichte, Antenne,    Haube    und    Spornrad    montiert.    Ein    Klarlackauftrag    mit einem   Gemisch   aus   seidenmattem   und   glänzendem   Klarlack   been- det den Bau. Brengun   hat   mit   diesem   Bausatz   bestimmt   nicht   nur   mir   eine   große Freude   gemacht.   Die   Montage   der   Teile   geht   gut   von   der   Hand,   die Farbgebung    ist    bei    solchen    Kunstflugzeugen    aber    generell    nicht unkompliziert.   Der   interessierte   Modellbauer   mit   Erfahrung   bekommt mit diesem Bausatz ein hübsches, buntes Vögelchen auf den Tisch. Der     Bausatz     wird     inzwischen     auch     vom     polnischen     Label ModelMaker mit Decals für das Zelazny Aerobatic Team vertrieben. Arne Goethe
Bausatz & Baubeschreibung: Legato   hat   die   Z-50   in   72   vor   Jahren   als   Resin-Bausatz   herausgebracht.   Nicht   wirklich   toll   und   auch   kaum   noch   erhältlich.   Flugzeuge   dieser   Kategorie   werden leider   eher   stiefmütterlich   behandelt,   aber   immerhin   gab   es   die   Z-50   ja   auch   bereits   in   den   großen   Maßstäben.   2015   brachte   dann   schließlich   Brengun   die   Z-50 als Spritzguss-Kit heraus. Der Bausatz ist in passender Einfachheit gehalten und gibt Dimensionen und Form des eleganten Kunstflugzeuges treffend wieder. 37   ordentliche   Plastikteile,   zwei   optionale   Resin-Räder,   eine   ordentliche   Haube,   ein   kleiner   Ätzteil-   sowie   ein   Decalbogen   gehören   zum   Set.   Was   will   man   da noch   mehr?   –      Vielleicht   einen   Maskenbogen   für   das   gar   nicht   so   einfache   Standard-Farbschema,   eine   Vacu-Haube   und   vielleicht   noch   ein   paar   Details   wie   z.B. die   Peilrahmen?   Das   brachte   dann   Brengun   auch   gleich   noch   als   Zurüstsets   heraus.   All   Dies   landete   auf   meinem   Basteltisch   und   machte   im   Gegensatz   zu vielen anderen Bausätzen nicht erst den Umweg über die leidige Stapel-Regal-Warteschleife.
Modell, Fotos und Text: Arne Goethe