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Modelle & Dioramen
Eduard   hat   nun   die   alten   Sword-Formen   in   eine   Schachtel   mit   einem   Bogen   Ätzteilen   und   einigen   Kunstharz-Gussteilen   gepackt   und   dieses   unter   dem Titel   „The Boat,   Sikorsky   JRS-1“   im   Jahr   2017   auf   den   Markt   gebracht.   Mit   den   Zurüstteilen   lässt   sich   das   oben   angesprochene   Problem   der   zu   groben   Außendetails   gut lösen, der Ätzteilbogen bietet auch einige willkommene Verbesserungen für den Innenraum. Die   Resinteile   dagegen   haben   mich   enttäuscht.   Die Angussstellen   etwa   für   die   Sitze   sind   so   ungeschickt   positioniert,   dass   ich   beide   Pilotensitze   beim Abtrennen zerstört   habe.   Mag   das   noch   auf   mein   Ungeschick   zurück   zu   führen   sein,   findet   man   aber   auch   völlig   falsch   geformte   Lufteinlässe   für   die   beiden   Motoren;   hier habe ich mir aus der Restekiste zwei ursprünglich zu einer Wellington gehörende Ersatzteile besorgt. Durchaus   angemessen   wären   auch   ein   paar   Details   für   die   Fahrwerksbeine   und   die   Darstellung   des   dahinter   stehenden   komplexen   Mechanismus   gewesen. Hier   lässt   sowohl   Sword   wie   auch   Eduard   alles   für   die   notwendige   Detailierung   durch   den   Modellbauer   offen.   Für   die   Verspannungsdrähte   habe   ich   die Blechprofile   von   „R&B   Productions“   genommen,   die   Bremsleitungen   wurden   aus   Kupferdraht   genommen,   alle   Mess-Rohre   sind   durch   Nadelkanülen   ersetzt worden.
Modell - Journal
kitchecker
Modell, Bilder und Text: Roland Sachsenhofer
Baustufen:
Eduard, 1/72 Ein Beitrag von Roland Sachsenhofer Als      abgestrebter      Hochdecker      mit      Motoren      auf      der durchgehenden    Tragfläche    und    dem    darunter    gehängten Bootsrumpf    stellt    die    JRS-1    ein    typisches    Flugboot    der Vorkriegsjahre   dar.   Trotz   dieser   klassischen   Auslegung   ist sie   kein   sehr   bekanntes   Muster:   gerade   einmal   50   Exem- plare    wurden    von    Sikorsky    in    der    zweiten    Hälfte    der Dreißigerjahre     gefertigt.     Das     Flugboot     war     als     kleine Schwester     der     S-42     „Clipper“     konzipiert     worden,     die halboffizielle   Bezeichnung   „Baby   Clipper“   verweist   auf   diese Positionierung.        Je    nach    Bestuhlung    fanden    18    bis    25 Passagiere (einen sehr beengten) Platz. Etwa     die     Hälfte     der     Gesamtproduktion     ging     dement- sprechend   an   Luftfahrtgesellschaften   sowie   an   zwei   an   zivile Halter:   neben   dem   Milliardär   Vanderbilt      hatte   auch   der   um- triebige Howard Hughes eine Maschine dieses Typs erwor-
Die   S.43/   JRS-1   in   der   Eduard   –Ausgabe   ist   meiner   Meinung   nach   ein   tolles Angebot,   dass   jede   Menge   Modellbauspaß   verspricht-   und   das   auch   hält.   Mein   Text macht aber vielleicht deutlich, warum ich dieses Projekt nur dem erfahrenen und nervenstarken Modellbaufreund empfehlen würde. Euer Roland Sachsenhofer
Die   diesem   Modell   zugrundeliegende Ausgabe   von   Eduard   lässt   die   Darstellung   von   sieben   mehr   oder   weniger   farbenfrohen   Maschinen   der   Navy   zu.   Fünf   dieser Markierungsvorschläge   zeigen   ein   und   dieselbe   Maschine   zu   verschiedenen   Zeiten;   ein   interessanter Ansatz,   wie   ich   finde!   Für   das   vorliegende   Modell   habe   das Aussehen der JRS-1 Bu.No. 1063 vom Sommer 1943 gewählt. Die Maschine wurde damals von der VJ-1 in Pearl Harbour geflogen. Wenn   ich   eingangs   angemerkt   habe,   dass   die   S.43   kein   bekanntes   Muster   sei,   gilt   dies   auch   im   Modellbaubereich.   Sword   hat   im   Jahr   2003   einen   Bausatz herausgebracht,   natürlich   in   bester   „short   run“   Manier.   Die   Proportionen   scheinen   recht   stimmig   zu   sein,   auch   wirken   die   vertieften   Panellinien   angemessen   und fein   ausgeführt.   Andererseits   trüben   einige   Mankos   die   Vorzüge   des   Bausatzes:   der   Winkel,   den   die   Stützschwimmer   zum   Rumpf   einnehmen,   stimmt   nicht,   die Form   der   Fahrwerkbucht   und   auch   die   Fahrwerkstreben   selbst   sind   zumindest   fragwürdig   und-   sehr   unangenehm   zu   korrigieren-   das   Klarsichtteil   für   die   Kanzel stimmt   bei   weitem   nicht   mit   der   Rumpfbreite   überein.   Insgesamt   glänzen   auch   die   anderen   Bausatzteile   nicht   unbedingt   durch   Passfreudigkeit.   Dazu   kommt, dass   die   zahlreichen   Detailformen   an   Rumpf   und   Tragflächen   wie   Haltegriffe,   Streben,   oder   die   Pitotrohre   in   der   Bausatzausführung   aus   Kunststoff   viel   zu   dick und grob geraten sind, sodass sie eindeutig nicht verwendet werden können. In dieser Form wurde der Bausatz von Special Hobby 2005 neu aufgelegt.
ben.   1943   sollte   er   darin   übrigens   bei   einem   Landeunfall   beinahe   sein   Leben   verlieren.   Pan   Am   setzte   die   Maschine   auf   Routen   im   Pazifik   ein,   einzelne Exemplare   gingen   auch   an   Halter   in   Europa.   USAAF,   Marines   und   die   Navy   –hier   als   JRS-1   bezeichnet-   nutzten   den   „Baby   Clipper“   als   Transporter,   VIP Flugzeug und Aufklärer.