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Modelle & Dioramen
Dieses    Projekt    hat    mich    wirklich    begeistert!    Einmal    schon    durch    die   Tatsache,    dass    RS-Models    ein    derart    formschönes    aber    auch    historisch-technisch interessantes   Flugzeug   im   48er   Maßstab   und   in   gediegener   Qualität   überhaupt   auflegt,   zum   anderen   durch   den   anregenden   und   ein   wenig   Engagement verlangenden Bau selbst. Bemerkenswerter   Weise   existiert   gutes   Filmmaterial   des   Originals,   dass   ich   sehr   gut   zu   einer   möglichst   wirklichkeitsnahen   Gestaltung   des   Modells   verwenden konnte. Unter folgendem Link könnt Ihr Euch die Originale Fokker D.XXIII ansehen: youtube Euer Roland Sachsenhofer
Modell - Journal
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Modell, Bilder und Text: Roland Sachsenhofer
Baustufen:
Eine   Möglichkeit,   diesen   Traum   umzusetzen,   besteht   in   der   Auslegung   als   Doppelrumpfflugzeug,   wie   es   auch   hier   bei   der   Fokker   XXIII   ungesetzt   worden   ist. Eine   Konsequenz   dieser   Konzeption   ist   die   Notwendigkeit,   ein   hochbeiniges   Bugradfahrwerk   zu   konzipieren-   was   gerade   in   Europa   eine   weithin   unerprobte Novität darstellte. Ein   ungelöstes   Thema   stellt   sich   auch   mit   der   Frage   ein,   wie   sich   der   Pilot   im   Notfall   retten   sollte,   denn   ein   Absprung   auf   üblichem   Wege   kam   wegen   des Heckpropellers nicht in Frage. Der das Projekt leitende Ingenieur Marius Beeling sah daher für die Serie den Einbau eines Schleudersitzes vor.
RS Models, 1/48 Ein Beitrag von Roland Sachsenhofer Die   Fokker   D.XXIII   sieht   nicht   nur   interessant   aus,   sie   ist tatsächlich     in     vielerlei     Hinsicht     ein     hochinteressanter Entwurf,   in   dessen   Layout   zentrale   Themen   der   Luftfahrt- technik    auf    ungewöhnliche    Weise    angegangen    worden sind. Da    ist    etwa    das    Thema    des    zweimotorigen    Antriebs: doppelte     Antriebskraft     ist     ja     an     sich     erstrebenswert, allerdings    wird    sie    in    gängigen    Konstruktionen    mit    einer Verdoppelung des Luftwiderstands sehr teuer erkauft. Überlegungen     zum    Traum,     zwei    Triebwerke     mit     dem Querschnitt   eines   einmotorigen   Rumpfes   zu   kombinieren und   so   nur   die   Vorteile   zu   ernten,   tauchten   immer   wieder einmal   auf.   Als   Beispiel   verweise   ich   hier   auf   die   Do-335 der   späten   Kriegsjahre.   Ein   Vorteil,   den   diese   Konzeption mitbringt,   ist   auch   der Ausgleich   der   Drehmomente,   den   die     beiden Antriebe erzeugen.
Die   Fokker   XXIII   steckt   also   voller   Innovationen-   und   erweckte   gleich   nach   ihrer   Präsentation   auch   bei   anderen   Nationen Anerkennung   und   Interesse.   Die   in   dem einen   Prototyp   verbauten   Motoren   vom   Typ   Walter-Sagitta   I-SR   wurden   als   zu   schwach   erkannt   und   sollten   in   der   Serie   durch   Daimler-Benz   oder   Rolls-Royce Motoren ersetzt werden. Die   D.XXIII   litt   allerdings   unter   Problemen,   die   für   diese   Konzeption   sich   als   typisch   erweisen   sollten:   die   Überhitzung   der   Motoren   stellte   ein   Problem   dar,   das   bis zum Ende der Entwicklung nicht behoben werden konnte. Das   Projekt,   dessen   Flugerprobung   im   Frühjahr   1939   gestartet   hatte,   kam   durch   den   deutschen   Überfall   zu   einem   Ende.   Der   Prototyp   wurde   im   Zuge   der Invasion noch im Mai 1940 in Schiphol zerstört.
Das   Model   von   RS-Models   bietet   eine   solide   Ausgangsbasis   für   den   Bau   des   einzelnen   Prototypen   in   zwei   verschiedenen   Lackier-Zuständen.   Ich   habe   das Aussehen   während   der   Flugerprobung   im   Frühjahr/Sommer   1939   gewählt.   Die   zweite   Möglichkeit   besteht   in   der   bekannteren   und   auch   durchaus   attraktiven Lackierung mit einem vollständigen Satz niederländischer Hoheitszeichen. Die   Teile   dieses   short   run-Bausatzes   weist   eine   mittelmäßige   Passgenauigkeit   auf,   Anpassen,   Schleifen   und   Spachteln   zählen   gerade   beim   Übergang   Rumpf/ Flächen   zum   Pflichtprogramm.   Die   Montage   der   beiden   Rumpfträger   an   die   Flächen   wird   in   den   Besprechungen   meist   als   zu   rudimentär   kritisiert.   Ich   persönlich fand die Vorgaben aber durchaus ausreichend. Intensive Nacharbeit gehört, wie angesprochen, ohnehin zu den Freuden, die dieses Modell verspricht. In   Eigenregie   habe   ich   die   24 Auspuffstutzen   hergestellt,   denn   hier   bieten   die   Bausatzteile   eindeutig   zu   wenig   Detail.   Nach   ersten   Versuchen,   die Teile   mit   hohlen Messingrohren   nachzustellen,   habe   ich   am   Ende   des   Baues   doch   zu   einer   bewährteren   Methode   gegriffen:   angemessen   dimensionierte   Kabelisolierung,   die   mit Alclad Metalltönen lackiert wurde, stellt nun recht glaubhaft die Auspuffanlagen dar. Die   Dreiton-Tarnbemalung   wurde   in   einzelnen   Schritten   abgeklebt,   nach   dem   Auftragen   der   Farben   wurde   die   harten   Kanten   mit   freihand   geführtem   Airbrush etwas weicher gezeichnet. Mehrere Details an Fahrwerk sowie das Pitotrohr habe ich mit Teilen aus der Restekiste beziehungsweise mit Draht und Spritzenkanülen improvisiert.