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Modell, Bilder und Text: Roland Sachsenhofer
Baustufen:
Dieser   Umstand   zeigt   sich   zum   einen   in   der   guten   Qualität   der   Teile   und   einer   Passgenauigkeit,   die   nur   als   hervorragend   bezeichnet   werden   kann.   Zum anderen,   wie   bei   diesem   Hersteller   und   Bausätzen   jener   Zeit   zu   erwarten,   sind   Detailformen   zwar   großteils   schön   ausgeprägt,   aber   in   ihrer   Gesamtwirkung nicht überragend. Die dargestellten Blechstöße und andere Strukturen erscheinen mir etwa als viel zu tief beziehungsweise wirken sie wie ausgewaschen. Beim   Nachdetailieren   des   Cockpits   haben   mir   Gurte   und   Ätzteile   von   Eduard   geholfen.   Die   Kanzel   kann   ohne   Sägearbeiten   nicht   geöffnet   dargestellt   werden, was mir aber bei diesem Projekt kein Problem war.
Hasegawa, 1/48 Ein Beitrag von Roland Sachsenhofer Die    Hawker    Hurricane    darf    ohne    Zweifel    beanspruchen, eine     wahre     Flugzeug-Legende     zu     sein.     Nun     gibt     es innerhalb     der     gewaltigen     Zahl     von     14     533     gebauten Exemplaren   dieses   Musters   natürlich   einige   herausragende und   besonders   berühmte   Maschinen.   Das   Vorbild   des   hier vorgestellten   Modells   darf   man   ganz   sicher   dazu   zählen- denn    auf    welche    Hurricane    treffen    sonst    noch    folgende Stichworte    zu:    Letztes    gebautes    Exemplar,    Umbau    und Einsatz    als    Rennflugzeug    beim    „Kings    Cup“,    Teil    einer unglücklich    verlaufenden    Liebesgeschichte,    Filmdarsteller, eines der letzten noch fliegenden Exemplare….? Hurricane   PZ   865   „G-AMAU“   hat   also   Einiges   erlebt,   doch bevor    ich    auf    diese    interessanten    Geschichten    eingehe, möchte   ich   noch   kurz   ein   paar   Worte   zu   den   Formen   von Hasegawa verlieren. Hasegawa   hat   diesen   Bausatz   2012   auf   Grundlage   ihrer Hurricane-Ausgabe aus dem Jahr 1997 herausgebracht.
Der   einzige   größere   Umbau   für   eine   zivile   Version   der   Hurricane   war   mit   dem   Einpassen   neuer Auspuff-Formen   verbunden.   Diese   an   eine   Spitfire-Auspuffanlage erinnernden   Teile   sind   als   schön   geformte   Weißmetallstücke   dem   Bausatz   beigelegt.   Zu   deren   Einbau   muss   ein   Teil   der   Motorverkleidung   mit   einem   Stück Plastikstreifen,   Spachtelmasse   und   dem   Einsatz   von   Schleifmitteln   verkleinert   werden.   Dies   lässt   sich   aber   recht   gut   und   problemfrei   bewerkstelligen,   da   die Auspuffrohre erst in den letzten Bauschritten montiert werden müssen. Allgemein   lässt   sich   sagen,   dass   die   qualitätvollen   Bauteile   sich   sehr   rasch   zu   den   schönen   Formen   einer   Hurricane   addieren;   insgesamt   weist   das   Ganze   keine Tendenz   zu   einem   ausuferndem   Projekt   auf.   Der   weitere   Umbau   wie   das   „De-militarisieren“   der   Flächen   und   der   Umstellung   der   Antennenanlage      auf   eine   am Rücken montierte Peitschenantenne  ist problemfrei zu erreichen. Eine   gewisse   Sorge   haben   mir   im   Vorfeld   die   Decals   bereitet.   Nebst   ihrer   Größe   und   des   Hasegawa-typisch   dicken   Trägerfilms   war   für   mich   vor   allem   spannend, wie   sich   deren   Goldton   bewähren   würde. Aber,   um   es   kurz   zu   machen,   alles   ließ   sich   sehr   schön   verwenden   und   mit   einer   als   Basis   verwendeten   Klarlackschicht sowie einer weiteren, welche die Decals schön versiegeln und einebnen half, ist das Ergebnis aus meiner Sicht recht ansehnlich ausgefallen.
Wie   kommt   es   nun   zu   einer   dunkelblauen   Hurricane-Rennmaschine?   PZ   865   ist   tatsächlich   das   im   Jahr   1944   gefertigte   allerletzte   Exemplar,   eben   tatsächlich   „the last   oft   he   many“.   Die   Maschine   verblieb   bei   Hawker   und   wurde   1950   in   deren   „Wappenfarben“   Dunkelblau   und   Gold   lackiert.   Als   „G-AMAU“   registriert   und   von Prinzessin   Margaret   gesponsert   trat   sie   1950   erstmals   beim   Kings   Cup-   Rennen   an   und   erflog   dabei   auch   den   zweiten   Platz.   Im   Cockpit   befand   sich   der bekannte Hurricane-Jagdflieger Peter Townsend. Zwischen   Ihrer   königlichen   Hoheit   und   Townsend   entspann   sich   im   Folgenden   eine   zuerst   geheim   gehaltene   und   später   öffentlich   gemachte   Beziehung,   die   aber schlussendlich als allzu skandalträchtig beendet werden musste. PZ   865   firmierte   in   den   Sechzigerjahren   in   der   bekannten   Filmproduktion   „Battle   of   Britain“.   Wenig   später   wurde   sie   von   Hawker   an   den   „Battle   of   Britain Memorial   Flight“   gegeben,   in   deren   fliegender   Ausstattung   sie   nach   wie   vorvertreten   ist.   Ihr   Äußeres   hat   seit   1950   mehrmals   gewechselt:   sie   trägt   heute   die Farben einer Hurricane Mk IIC, HW840, mit dem Code  '“EG-S“ der 34 Squadron, die 1944 in Südostasien eingesetzt worden war. PZ   865   ist   also   wahrhaft   ein   Flugzeug   mit   Geschichte(n)!   Gemeinsam   mit   dem   qualitätvollen   Bausatz   hat   mir   dieser   Hintergrund   das   Projekt   zu   einem   recht kurzweiligen und erfreulichen Modellbauerlebnis werden lassen. Euer Roland Sachsenhofer, Junli 2019