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Modell, Bilder und Text: Roland Sachsenhofer
In   Österreich   wurden   die   hierzulande   als   „Fliegende   Tonne“   bekannten   J29   beim   Jagdbombergeschwader   verwendet.   Ursprünglich   mit   Basis   in   Wien- Schwechat   wurde   das   Jabogeschwader   bald   nach   Linz-Hörsching   verlegt.   Der   Einsatz   erfolgte   in   zwei   Staffeln.   Die   1.   Staffel   flog   Maschinen   mit   gelben Kennungen,   die   2.   Staffel   war   an   den   roten   Markierungen   identifizierbar.   Die   2.   Staffel   fand   1968   in   Graz-Thalerhof   eine   neue   Heimat;   allerdings   wurden   die „Fliegenden Tonnen“ schon bald darauf, 1972, außer Dienst gestellt. Ab   1965/66   wurden   an   den   österreichischen   Militärluftfahrzeugen,   wie   auch   hier   an   der   „Gelben   F“   zu   sehen   ist,   an   den   Flächen-   und   Leitwerksspitzen Sichtkennungen in Form von breiten Bändern in „Dayglow“ angebracht. Hauptaufgabe   der   österreichischen   J29   war   die   Luftverteidigung   und   der   Schutz   des   neutralen   Luftraums.   Luftunterstützung   und   Luftaufklärung   sollten ebenfalls   mit   diesem   Muster   abgedeckt   werden.   Eine   Besonderheit   der   österreichischen   Luftverteidigung   bestand   im   Verbot   des   Einsatzes   von   Lenkraketen, sodass die Tunnan mit den vier internen 20mm Hispano m/47 Kanonen ihr Auslangen finden musste. Die   hier   dargestellte   Saab   J29F   29449   hat   als   „Gelbe   F“   bei   der   1.   Staffel   des   Jabogeschwaders   in   Linz-Hörsching   Dienst   getan.   Heute   ist   dieses   Flugzeug   als Exponat im Luftfahrtmuseum Zeltweg zu sehen. Mit   der   J29   Tunnan   hatte   sich   Österreich   für   das   erste   im   Nachkriegseuropa   in   Serie   gebaute   Kampfflugzeug   mit   Pfeilflügeln   entschieden.   Vergleichbar   war   die Tunnan   mit   der   Mig-15   oder   der   amerikanischen   F-86.   Ihre Ahnenreihe   geht   dabei   bis   zum   Messerschmitt-Projekt   P.1101   der   letzten   Kriegsjahre   zurück,   wobei die Ähnlichkeit sich nicht nur auf die äußere Form erstreckt. Mit    dem    Erwerb    und    der    langjährigen    Verwendung    der    „Fliegenden    Tonne“    hatte    das    neutrale    Österreich    eine    Tradition    der    engen    wirtschaftlichen Zusammenarbeit   mit   dem   neutralen   Schweden   begründet,   die   sich   noch   im   Erwerb   weiterer   Flugzeugmuster   wie   der   Saab   105   oder   der   Saab   Draken ausdrückten sollte
Pilot Replicas , 1/48 Ein Beitrag von Roland Sachsenhofer Zwischen   1960   und   62   wurden   insgesamt   30   J29F   „Tunnan“ aus    den    Beständen    der    schwedischen    Luftwaffe    nach Österreich    geliefert.    Vor    Ihrer    Auslieferung    wurden    die Maschinen    generalüberholt    und    mit    den    österreichischen Hoheitszeichen     versehen.    Am     Äußeren     in     Naturmetall wurde    nichts    geändert,    auch    die    Einheitsmarkierungen folgten    dem    schwedischen    Design.    Die    österreichischen Luftstreitkräfte    blieben    die    einzigen    Auslandskunden    der J29. Das      Training      des      fliegenden      Personals      sowie      die Einschulung    des    Bodenpersonals    erfolgten    in    Schweden. Dieses   Programm   sah   vor,   dass   die   Österreicher   5   bis   10 Stunden   auf   einer   Zweisitzer   SK28   Vampire   absolvierten, die    dann    von    etwa    40    Stunden    auf    der    Tunnan    gefolgt wurden.
Über   diesen   bemerkenswerten   Bausatz   des   schwedischen   Herstellers   Pilot   Replicas   habe   ich   schon   im   Artikel   zur   ersten   J29   geschrieben.   Alle   Interessierten darf   ich   darauf   verweisen.   Allerdings   sei   auch   hier   so   viel   verraten:   die   Formen   gefallen   durch   kreatives   Layout   und   Passgenauigkeit,   in   Hinsicht   auf   die Gestaltung    von    Oberflächenstrukturen    möchte    ich    sogar    von    hervorragender    Qualität    sprechen.    Dies    gilt    auch    für    die    Decals,    die    man    vertrauensvoll verwenden   kann.   Der   an   dieser   Maschine   zu   sehende   Satz   an   Zusatztanks   ist   übrigens   nicht   im   Bausatz   vorhanden,   stammen   aber   als   Zurüstteile   vom   selben Hersteller. Als   Fazit   kann   ich   nur   eine   volle   Empfehlung   für   diesen   tollen   Bausatz   aussprechen.   Er   hat   mir   wirklich   viel   Modellbaufreuden   und   ein   relativ   rasches   und erfahrungsreiches Projekt beschert. Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass er inzwischen als schwer zu beschaffen gilt. Roland Sachsenhofer, Juli 2019