© kitchecker.com 2017
Revell 03935 - 1/48
Inhalt:
•
8 graue Spritzrahmen mit 267 Teilen
•
1 Klarsichtrahmen mit 19 Teilen
•
1 Decalbogen
•
24-seitige Bau- und Lackieranleitung
Herstellerseite:
03935
Bezugsquelle:
Fachhandel / Revell-Shop
Download:
Bauanleitung
Preis:
UVP € 29,99
Vorwort:
Die
als
Standardbomber
der
deutschen
Luftwaffe
in
Großserie
gefertigte
Junkers
Ju
88A-4
wird
nun
auch
von
Revell
im
beliebten
Quarterscale
unter
der
Nummer
03935
angeboten.
Ist
es
eine
Neuentwicklung
oder
ein
Formentausch?
Ich
zitiere
unsere
Lichtgestalt
Franz
Beckenbauer:
“Schaun
ma
mal,
dann
segn ma scho!”, heißt ins Hochdeutsch übersetzt: Wir schauen mal, dann werden wir es sehen.
Historie:
In
Deutschland
steht
umgangssprachlich
die
„Eierlegende
Wollmilchsau“
für
eine
Person
oder
Sache,
die
alle
Anforderungen
und
Bedürfnisse
erfüllt,
dabei
jedoch
keine
Nachteile
hat.
Damit
trifft
diese
Redewendung,
die
seit
Ende
der
1960er
Jahre
in
unserer
Sprache
Eingang
fand,
im
Besonderen
auf
die
Ju
88
zu.
Ihre
vielfältigen
Verwendungsmöglichkeiten
in
fast
allen
Bereichen
der
militärischen
Luftfahrt
zu
jener
Zeit
1939
-
1945
trägt
dieser
Formulierung
Rechnung.
Ob
als
Horizontal-
und
Sturzkampfbomber,
See-
und
Fernaufklärer,
Torpedobomber,
Minenleger,
Fernbomber,
Zerstörer,
Panzerjäger
oder
als
Nachtjäger. Selbst zum Tiefangriff wurde sie herangezogen.
Zellenseitig
gleicht
die
A-4
der
A-5,
wurde
aber
mit
dem
leistungsfähigeren
Jumo
211
F/J
anstelle
des
Jumo
211
B/G
motorisiert.
Eingebaut
wurde
überwiegend
die
J-Version
des
Motors.
An
der
Unterseite
der
beiden
Motorgondeln
bekamen
diese
symmetrische
Verkleidung
des
Ladeluftkühlers.
Ein
Erkennungskriterium
zur
Unterscheidung
zwischen
der
F
und
J
Ausführung
des
Triebwerks,
das
anstatt
der
1340 PS des F-Modells, staatliche 1420 PS leistete.
Da
zum
Teil
in
der
Truppe
die
Abwehrbewaffnung
zusätzlich
mit
MG
15
verstärkt
wurde,
führte
man
bei
der
A-4
gänzlich
neue
MG-Waffen
ein.
Ersetzt
wurden
die
MG
15
der
A-5
durch
modernere
MG
81
gleichen
Kalibers.
Die
Kadenz
erhöhte
sich
dadurch
von
1050
Schuss/min
auf
1600
pro
Waffe.
Eins
in
der
Bugverglasung,
zwei
im
hinteren
nun
gewölbten
Abwehrstand,
der
nicht
nur
mehr
Kopffreiheit
ermöglichte,
sondern
auch
besser
gepanzert
war.
Nach
hinten
unten
rüstete
man
ein
MG
81
Z
(Zwilling)
ein,
um
den
Gegner in Schach zu halten.
Ausgelegt
als
schneller
sturzflugfähiger
Bomber,
ist
die
Ju
88A-4
mit
4
Mann
Besatzung
und
je
nach
Rüststand
im
Stande,
bis
zu
3400
kg
an
Abwurfwaffen
mitzuführen.
Der
Flugzeugführer,
links
vorne
in
einem
gepanzerten
Sitz
sitzend,
steuerte
nicht
nur
das
"Pilotenflugzeug"
sondern
zielte
und
löste
im
Sturzflug
auch
die
Bomben
aus.
Dabei
unterstützte
eine
ausgeklügelte
Abfangautomatik
den
mit
50
-
60
Grad
ausgeführten
Sturzflugangriff.
Mit
ausgefahrenen
Sturzflugbremsen,
Drehzahlwahlhebel
auf
2300
Umdrehungen/min eingestellt, steuerte sie sodann mit 560 km/h auf ihr Ziel zu.
Galten
die
Flugeigenschaften
als
sehr
Flugzeugführer
freundlich,
so
war
der
Einmotoren-
flug
ganz
anderer
Natur.
Lag
dabei
das
Gewicht
der
Maschine
über
10500
kg
(höchstens
11000
kg
laut
Bedienvorschrift),
so
war
er
schlicht
unmöglich.
Die
Bomben
im
Notwurf
entledigt,
per
Schnellablassventil
die
Rumpftanks
teilentleert
und
nebst
MG
auch
noch
Teile
der
Panzerung
über
den
geöffneten
C-Stand
ins
Freie
befördert,
konnte
die
Maschine
mit
240
km/h
in
der
Luft
gehalten
werden.
Zur
Landung sollte, wenn möglich, immer über den laufenden Motor eingekurvt werden.
Der
Beobachter
rechts
neben
dem
Piloten,
zuständig
für
die
Navigation,
bediente
im
Horizontalangriff
das
Lotfe-Bombenzielgerät
und
löste
auch
die
Bomben
aus.
Je
nach
Verteidigungslage
wehrte
er
Feinde
mit
dem
Bug
MG
oder
mit
dem
linken
rückwärtsgerichteten
MG
81
neben
dem
Bordfunker
ab.
Dieser
saß
mit
dem
Rücken
hinter
dem
Piloten
und
kümmerte
sich
um
den
Funkverkehr.
Mittels
Funkpeilung
war
auch
er
für
die
Navigation
mitverantwortlich.
Einen
unangenehmen
Arbeitsplatz
hatte
der
Bordschütze,
der
die
meiste
Zeit
in
der
engen
Bodenlafette
liegend
die
wichtigste
Abwehrwaffe
nach
hinten
unten
bediente.
Mit
maximal
1,4
ata
unter
Druck
gesetzte
Junkers
Jumo
211
J-1
(1420
PS
mit
Ladeluftkühler)
ermöglichten
ihr
einen
Überlaststart
mit
13750
kg.
Befestigte
man
links
und
rechts
Rauchgeräte
(Starthilfsraketen)
erhöhte
sich
dieser
Wert
um
250
kg.
Zusätzlich
verkürzte
sich
der
Startvorgang.
Wurde
die
gesamte
Tankkapazität
genutzt,
konnte
eine
SC
500
am
linken
Außenlastträger
mitgenommen
werden.
Rechts
befestigte
man
einen
900
l
Abwurftank
und
im
zweigeteilten
Bombenschacht
rüstete
man
vorne
einen
1220
l,
hinten
einen
680
l
fassenden
Tank
ein.
3100
km
legte
man
so
zurück.
Technisch
konnten
intern
1400
kg
(18x-
und
10x-
SC
50
Bomben
á
50
kg)
in
zwei
Bombenmagazinen
mitgeführt
werden.
Auch
die
Luftminen
LMA/LMB
und
die
enorme
SC
1800
war
möglich.
Ohne wiederstandserhöhende Außenlasten erreichte unter Kampfleistung die Ju-88A-4 ca. 500 km/h.
Unten: Der Schachtelinhalt im Überblick
Review-Checkbox
Gesamteindruck
Maßstab: 1/48 Teile gesamt: 286 Markierungsoptionen: 2
Junkers Ju 88 A-4
Revell 03935
Zielgruppe:
Anfänger
erfahrener Modellbauer
Profi
Verwendung:
Gimmick
Korrektur
Erweiterung / Detaillierung
Diorama-Zubehör
Spritzguss, Kleinserie (short run)
Spritzguss, Stahlform
Spritzguss, Formen-/Technologie-Mix
Verfügbarkeit:
Limited Edition
Serie
Technologie:
Resin, klassischer Musterbau
Resin, 3D-Druck-Technologie
Wasserschiebebilder
Fotoätzteile, Metall
Fotoätzteile, bedruckt
Ausstattung:
Resinteile
Masken
Metallteile
Vacu-Teile
Acetatfilm
Vinyl-Teile / -Räder
Begleitbroschüre
Poster / Kunstdruck
Bauanleitung, farbig
Bauanleitung, s/w
Lackieranleitung, farbig
Lackieranleitung, s/w
Textilgurte
Aufkleber / Abziehbilder
Auslegung:
Basisbausatz
Bausatz mit Zubehör/Aufwertung
Multimediabausatz
Dual- / Mehrfachbausatz
Bauanleitung
sachlich, zweckmäßig
High End
komfortabel
Download-Option
Konzept
Produktidee:
Wiederauflage
Varianten-Wiederauflage
Formentausch
Neue Form
Umsetzung:
Spritzguss:
Decals:
Resin:
Qualität
Klarsichtteile:
Fazit:
Jetzt,
nachdem
ich
den
Bausatz
begutachtet
habe,
sehen
wir
einen
gut
umgesetzten
und
hervorragend
detaillierten
Kit,
welcher
ohne
Zweifel
die
1/48er
Modelle
aus
dem
Hause
Dragon
ablöst.
Revell
bedient
sich
hier
dem
von
ICM
geschaffenen
Bausatz,
was
die
Modellbaugemeinde
freuen
kann,
da
sich
das
Preis/Leistungsverhältnis
positiv
auf
den
Geldbeutel
auswirkt.
Aufgrund
der
vielen,
sehr
filigranen
Kleinteile
und
des
komplexen
Aufbaus,
empfehle
ich
den
Bausatz
dem
fortgeschrittenen/erfahrenen
Modellbauer.
Erfreulich
ist
die
Tatsache,
dass
man
eigentlich
beide
Versionen,
d.h.
die
A-4
und
A-5
bauen
kann
sofern man Decals der letztgenannten besitzt.
Ein
weiterer
positiver
Umstand
sei
noch
erwähnt;
Revell
hat
mit
der
Auftragserteilung
an
ICM
unstimmige
Komponenten
der
Form
korrigieren
lassen.
So
wurden
die
Motoren
geändert
(Verkleidungen
des
Ladeluftkanals
nun
mit
abgerundeten
Kanten),
die
Frontkühlerscheibe
mit
richtigen
Details
versehen
und
die falsche Ausformung der Bodenwanne korrigiert. Auch bei den ICM Modellen haben diese Änderungen Einzug gehalten.
Happy Modelling,
Guido Veik,
September 2017
Unten: Produktdetails
Quelle: Revell
Vorschaubild klicken zum Vergrößern
Bausatz:
Ein
sehr
attraktives
Deckelbild
schmückt
die
neu
gestaltete
Schachtel
von
Revell.
Gezeigt
wird
eine
Ju
88A-4
von
links
mit
blau/gelben
Spinnern.
Gleichgroß
unter
dem
Revell
Label
links
oben
der
Schwierigkeitsgrad,
der
mit
Level
4
von
5
angegeben
wird.
Maßstab,
Teilezahl,
Spannweite
und
Längenangabe ermöglichen auf einen Blick die wichtigsten Informationen.
Während
die
Seitenteile
der
Schachtel
in
anderer
Form
die
Deckel-
information
wiedergeben,
findet
man
auf
der
Rückseite
Angaben
über
die
benötigten
Farben
und
Klebstoff
zusammen
mit
einer
Altersangebe
von
12
Jahren,
etwas
Erfahrung
mit
dem
Umgang
von
Farbe
und
Kleber
wird
hier
vorausgesetzt.
Ausgepackt
findet
man
alle
8
Spritzgussrahmen
in
einer
großen
Tüte
vor.
Der
einzelne
Klarsichtrahmen
ist
separat
eingepackt.
Nicht
ganz
optimal
zwecks Scheuerstellen an Oberflächen aber durchaus gängige Praxis.
Inwendig
eingelegt
in
der
großen
Bauanleitung
ist
der
von
AirDOC
designte
Decalbogen, welcher bei Zanchetti in Italien gedruckt wurde.
Sogleich
erkennt
man,
dass
es
sich
um
eine
Ju88-A4
von
ICM
handelt.
Das
ist
gut
so,
denn
dieser
Kit
repräsentiert
die
derzeit
beste
A-4
im
Maßstab
1:48
aller
Hersteller.
Mittels
modernster
CAD-Technik
produzierte
Formen
erlauben
eine
hohe
Qualität
der
Bausatzteile.
Alle
Details
wurden
akkurat
umgesetzt,
scharfkantige
Gravuren
und
feine
Oberflächendetails
zeichnen
diesen
Kit
aus.
Eine
der
am
besten
umgesetzten
Bauteile
sind
z.B.
die
Magazine
der
Abwehr-MG´s.
Hier
finden
sich
Oberflächenfeinheiten
im
Zehntelmillimeter-Bereich.
Leider
finden
diese
aber
den
Weg
in
die
Ersatzteilkiste,
da
es
sich
um
einen
kompletten
A-5
Bausatz
handelt
und
variantengerecht
die
Spritzrahmen
C-1
und
G
zum
Bau
der
A-4
beigelegt
wurden.
Die
Motorträger
und
Fahrwerksscheren
sind
durchbrochen
dargestellt,
was
man
allerdings
bei
den
Pedalen
am
Arbeitsplatz
des
Piloten
vermisst.
Insgesamt
ist
das
Cockpit
gut
ausgestattet
und
lässt
sich
auch
direkt
aus
der
Schachtel
mit
49
Teilen,
inkl.
der
beiden
Rumpfhälften,
zu
einem
Eyecatcher
bauen.
Kleine
“Downer”
sind
allerdings
die
Sitze,
wobei
der
Pilotensitz
aus
zwei
Teilen
besteht,
welche
eine
senkrechte
und
umständlich
zu
verschleifende
Klebenaht
verursachen,
sowie
Auswerfermarken
in
den
Sitzflächen
der
anderen.
Um
das
Thema
mit
den
Minuspunkten
abzuschließen
sei
noch
erwähnt,
dass
der
Rumpf
an
den
Passzapfen
und
an
einigen
Materialverjüngungen
leichte
Sinkstellen
aufweist.
Revell
begegnet
dem
Fehlen
von
Gurtmaterial
beim
ICM
Bausatz,
die
bei
einem
so
gut
einzusehenden
Cockpit
obligatorisch
sein
müssten,
mit
Decalelementen.
Der
Decalbogen
an
sich
ist
von
solch
guter
Qualität,
dass
mancher
Hersteller
eigens
dafür
15
-
20
Euro
verrechnen
würde.
Alles
lesbar,
umfangreich
und
sehr
dünn
gedruckt,
ganz
klar
ein
zusätzliches
Highlight im Kit.
Ein
wahrer
Augenschmaus
des
Bausatzes
sind
die
sehr
detailgetreu
nachgebildeten
Bauteile
Brandschott,
Motorträger
und
Jumo
211
F/J
Triebwerk.
Allein
hierfür
sind
2x
20
Teile
vorgesehen.
Ein
weiterer
Blickfang
sind
die
Steuerflächen,
die
allesamt
separat
beiliegen.
Für
die
Fahrwerke
hat
sich
ICM
als
Entwickler
eine
sehr
gefällige
Umsetzung
einfallen
lassen
(siehe
Bauanleitung,
Seite
14).
Hier
werden
stabile
Baugruppen
erzeugt,
die
vor
dem
Ankleben
der
Motorgondeln
installiert
werden.
Logischerweise
sind
die
Baustufen
genauso
gezeichnet
wie
die
von
Hersteller.
Da
gibt
es
nix
zu
verbessern.
Klar
und
mit
den
dazugehörigen
Symbolen,
die
den
jeweiligen
Arbeitsschritt
aufzeigen
ob
kleben
oder
bemalen
etc.
steht
einem
zügigen
Bauabschnitt
nichts
im
Wege.
Der
Passgenauigkeit
wegen
gibt
es
keine
Probleme, was mir ein Freund berichtet hat.
59
der
insgesamt
286
Bauteile
werden
nicht
benötigt
und
ergänzen
so
die
"Grabbelkiste".
Die Einzelteile warten mit feinsten Details und messerscharfen
Konturen auf. Die Klarsichtteile sind hochtransparent gespritzt.
Unten: Der Decalbogen erlaubt die Markierung von zwei Einsatzmaschinen.
Unten:
Die
Bau-
und
Lackieranleitung
ist
komplett
in
Farbe
gehalten
und
bietet
die
einzelnen
Baustufen
in
angenehmer
Abbildungsgröße.
Der
Farbteil
bietet
Vierseitenansichten der jeweiligen Markierungsoptionen. Die Farben beziehen sich auf das Revell-Farbsystem.
Markierungsoptionen:
•
Junkers Ju88 A-4, Werknummer 8643, VA+AW, 12./KG 1 Hindenburg, 1943
•
Junkers Ju88 A-4, Werknummer 1050, 0K+FB, Stab I./KG 51 Edelweiss