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Vielen Dank an die Firma Special Hobby für die Bereitstellung
dieses Besprechungsmusters.
Review-Checkbox
Gesamteindruck
Maßstab: 1/72 Teile gesamt: 23 Markierungsoptionen: 4
L-13 Blaník “Czechoslovak Glider”
Special Hobby SH72342
Zielgruppe:
Anfänger
erfahrener Modellbauer
Profi
Verwendung:
Gimmick
Korrektur
Erweiterung / Detaillierung
Diorama-Zubehör
Spritzguss, Kleinserie (short run)
Spritzguss, Stahlform
Spritzguss, Formen-/Technologie-Mix
Verfügbarkeit:
Limited Edition
Serie
Technologie:
Resin, klassischer Musterbau
Resin, 3D-Druck-Technologie
Wasserschiebebilder
Fotoätzteile, metallfarben
Fotoätzteile, bedruckt
Ausstattung:
Resinteile
Masken
Metallteile
Vacu-Teile
Acetatfilm
Vinyl-Teile / -Räder
Begleitbroschüre
Poster / Kunstdruck
Bauanleitung, farbig
Bauanleitung, s/w
Lackieranleitung, farbig
Lackieranleitung, s/w
Sammlerartikel / Zugabe
Aufkleber / Abziehbilder
Auslegung:
Basisbausatz
Bausatz mit Zubehör/Aufwertung
Multimediabausatz
Dual- / Mehrfachbausatz
Bauanleitung
sachlich, zweckmäßig
High End
komfortabel
Download-Option
Konzept
Produktidee:
Wiederauflage
Variante
Formentausch
Neue Form
Umsetzung:
Spritzguss:
Decals:
Resin:
Qualität
Klarsichtteile:
Fazit:
Mit der aktuellen Variante der L-13 Blanik bringt uns Special Hobby einen bereits vor fast 10 Jahren erschienenen Bausatz zurück auf den Basteltisch und
somit erfreulicherweise ein nicht alltägliches Modell in die Vitrine.
Die oben beschriebenen Abstriche in Sachen Qualität dürften für den Einsteiger oder Gelegenheitsbastler wohl weniger von Bedeutung sein, der ambitionierte
Modellbauer hingegen wird aber gerne etwas mehr Zeit in die Überarbeitung der Oberflächen investieren wollen.
Alles in allem, ein empfehlenswerter Bausatz für den Fan von farbenfrohen, zivilen Fliegern!
Happy Modelling,
Thomas Schneider,
Oktober 2017
Vorbild:
Die
Konstruktion
aus
dem
Jahr
1956
stammt
von
Karel
Dlouhy
und
seinem
Team.
Die
ehemals
staatlichen
tschechoslowakischen
Flugzeugwerke
LET
in
Kunovice,
Südmähren,
stellten
bis
1978
rund
2.700
Einheiten
dieses
Musters
her.
Auch
entstand
der
mit
einem
Jawa-Motor
M-150
und
Zweiblatt-
Holzluftschraube
V-210
ausgerüstete
eigenstartfähige
Motorsegler
L-13J,
der
1968
erstmals
vorgestellt
wurde.
Seit
1981
wird
das
Nachfolgemodell
L-23
Super Blanik gebaut, mit dem LET versucht, an die Erfolge des L-13 anzuknüpfen. Der Segelflug-Index beträgt 78.
Der
L-13
Blanik
ist
ein
zweisitziger
freitragender
Schulterdecker
in
Ganzmetall-Bauweise
mit
Normalleitwerk.
Die
Pilotensitze
sind
hinter-
einander
angeordnet,
die
Kabinenhaube
ist
mehrteilig,
das
Mittelteil
kann
zum
Einsteigen
nach
rechts
aufgeklappt
werden.
Die
Steuerflächen
sind
stoffbespannt.
Die
Tragflügel
haben
einen
trapezförmigen
Grundriss
mit
leicht
negativer
Pfeilung
(Vorpfeilung).
Sie
sind
mit
einfachen
Hinter-
kanten-Landeklappen und DFS-Störklappen versehen.
Das
Hauptfahrwerk
ist
gefedert
und
kann
teilweise
eingefahren
werden:
dann
ragt
das
Rad
noch
leicht
aus
dem
Rumpf,
ist
aber
nicht
mehr
gefedert.
Der
Nachfolger
L-23
Superblanik
hat
ein
T-Leitwerk,
eine
zweiteilige
Haube und keine Landeklappen. Die Flugeigenschaften sind ähnlich.
Die
Blanik
Aircraft
CZ
s.r.o.
arbeitet
zurzeit
an
der
Weiterentwicklung
L23NG
mit
Winglets,
verbesserter
Rumpfform,
einteiliger
Haube
und
leicht
verbesserten Flugleistungen (Gleitzahl 31).
Der
Blanik
war
ursprünglich
als
Basistrainer
für
die
Luftstreitkräfte
des
Warschauer
Paktes
konzipiert.
Da
er
mit
einem
Wendezeiger
ausgestattet
war,
wurde
er
auch
mit
abgedecktem
Schülerplatz
zur
Blindflugschulung
eingesetzt.
Durch
die
Verwendung
eines
gefederten
Fahrwerks
wurde
der
Blanik
zu
einem
beliebten
Schulflugzeug
in
Segelflugvereinen,
da
auch
harte
Landungen
kompensiert
werden.
Eine
als
TG-10B
Merlin
bezeichnete
Variante
des
L-23
Super Blanik ist seit 2002 beim Air Education and Training Command der United States Air Force Academy als Anfänger-Schulflugzeug im Einsatz.
Aufgrund der ungewöhnlich hohen Wendigkeit und der hohen Höchstgeschwindigkeit (250 km/h) wird der Blanik oft für Kunstflug verwendet.
In
den
Jahren
2010
bis
2012
war
ein
Großteil
der
weltweit
noch
zugelassenen
Blanik-Flugzeuge
Gegenstand
einer
Reihe
von
behördlichen
Startverboten,
sie
waren
gegroundet.
Am
12.
Juni
2010
ereignete
sich
in
der
Nähe
von
Ferlach
in
Kärnten
ein
Unfall,
bei
dem
an
einem
Blanik
L-13
eine
Tragfläche
im
Flug
abbrach.
Nachdem
sich
bei
den
Unfalluntersuchungen
bald
herausstellte,
dass
der
Holmuntergurt
am
Rumpfanschluss
aufgrund
Ermüdungsrissen
versagt
hatte
und
ein
solcher
Mangel
an
anderen
Blaniks
ebenfalls
nicht
ausgeschlossen
werden
kann,
wurde
von
der
EASA
zuerst
am
18.
Juni
2010
eine
Überprüfung
der
Holme
aller
in
Betrieb
befindlichen
Blaniks
sowie
ein
Verbot
von
Kunstflugfiguren
angeordnet,
am
5.
September
2010
folgte
ein
generelles
Startverbot
für
alle
L-13
und
L-13a.
Diese
behördliche
Verfügung
wurde
wieder
aufgehoben,
nachdem
die
einzelnen
Flugzeuge
bestimmte
Voraussetzungen
erfüllen.
Dazu
ist
es
im
Regelfall
erforderlich,
die
betroffenen
Bereiche
an
den
Tragflächen
eingehend
auf
Rissbildung
zu
untersuchen
und
einen
strukturellen
Verstärkungssatz
zu
installieren.
Nach
den
vollzogenen
Modifikationen
erlangt
der
Blanik
wahlweise
eine
maximale
Flugstunden-Lebensdauer
von
3.750
Stunden mit 2 % Kunstfluganteil (entsprechend der ursprünglichen Zulassung der EASA) oder 5000 Flugstunden bei Normalbetrieb ohne Kunstflugzulassung.
Das Nachfolgermodell L-23 Superblanik ist vom Problem nicht betroffen und hat eine Lebensdauer von 6000 Stunden mit bis zu 2 % Kunstfluganteil.
Quelle: Wikipedia
Vorschaubild klicken zum Vergrößern
Mit
dem
vorliegenden
Kit
liefert
uns
Special
Hobby
einen
einfach
gehaltenen
Spritzgussbausatz
der
L-13
Blanik.
Dieser
wurde
bereits
2008
unter dem Label Profiline vertrieben.
Im
künstlerisch
gestalteten
Schüttkarton
der
Special
Hobby
1/72er
Reihe,
welcher
einen
auffälligen
und
privat
genutzten
Segler
des
tschechischen
Benešov
Flugplatzes
abbildet,
befindet
sich
verblüffenderweise
nur
ein
einziger
kleiner
Spritzrahmen
mit
23
Teilen
plus
einer
einteiliger
Kabinen-
haube.
Der
große
Decalbogen
und
die
achtseitige
Bauanleitung
machen
den Inhalt auch schon komplett.
Betrachten
wir
uns
die
Spritzgussteile
genauer,
so
fällt
auf,
dass
es
sich
offenbar
um
eine
gefräste
Form
handelt.
Werkzeugspuren
sind
an
den
Tragflächen
deutlich
erkennbar
und
machen
ein
leichtes
Überschleifen
der
Oberflächen
für
den
ambitionierten
Modellbauer
notwendig.
Ebenfalls
nicht
ganz
so
glücklich
gelöst
sind
die
Spritzkanal-Angüsse
an
den
Tragflächen.
Auf
der
Unterseite
ragen
diese
sehr
weit
in
die
Oberfläche
hinein.
Verwaschene
Längsgravuren,
ein
“Buckel”
auf
Bauteil
Nr.
6,
Sinkstellen
an
der
Cockpit-Außenseite
und
einige
Häutchen
machen
die
Liste
der
Nacharbeiten
komplett.
Vielleicht
hätte
sich
der
eine
oder
andere
Bastler
auch
eine
mehrteilige
und
somit
offen
darstellbare
Kabinenhaube
ge-
wünscht…
Der
Innenraum
ist
-dem
Vorbild
entsprechend-
eher
spartanisch
ausge-
stattet.
Mit
den
zweiteiligen
Sitzen,
den
Steuerknüppeln
und
den
Instrumentenbrettern
ist
dieser
auch
schon
komplett.
Wer
möchte
kann
hier,
der
guten
Einsicht
wegen,
auch
ordentlich
in
die
Trickkiste
greifen
und
mit
Drähten und Gurten nachdetaillieren.
Das Highlight des Kits sind natürlich die farbenfrohen Markierungsmöglich-
Unten: Der Schachtelinhalt im Überblick
L-13 Blaník
“Czechoslovak Glider”
Special Hobby SH72342 - 1/72
Inhalt:
•
1 grauer Spritzrahmen mit 22 zu verwendenden Teilen
•
1 Klarsichttel
•
1 Decalbogen
•
8-seitige, farbige Bauanleitung
Produktseite:
SH72342
Download:
Manual
Preis:
€ 13,70
Bauanleitung:
Die
Bauanleitung
ist
vorbildlich
im
kleinen
A5-Format
ge-
druckt
und
führt
auf
gerade
einmal
5
Baustufen
zum
fertigen
Modell.
Die
Farbangaben
auf
Seite
2
beziehen
sich
auf
die
Palette
von
Mr.Hobby
(Gunze).
Die
abgebildete
Bauanleitung
ist
vollständig.
Bei
Bedarf
kann
sie
hier
nochmals
herunter-
geladen werden.
Special
Hobby
spendiert
dem
kleinen
Bausatz
4
attraktive
Decaloptionen.
Hinweise
auf
die
ursprünglichen
Flieger-
clubs werden angegeben.
Der Bausatz:
keiten.
Der
Decalbogen
ist
hierfür
sehr
gut
ausgestattet.
Kleiner
Wermutstropfen:
leider
hat
die
schwarze
Farbe
einen
geringen
rechts-Versatz
und
das
Rot
hat an mehreren Stellen ausgefranste, wellige Kanten beim vorliegenden Muster.
(siehe unten)
empfehlenswert !
I
I