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Maßstab: 1/72 Produktseite: 7307 Vertrieb: Tamiya-Carson Erhältlich bei: Modellbau Koenig Preis: € 18,50
Das Vorbild: Für   die   Nachfolge   des   damals   in   die   Jahre   gekommenen   tschechischen Trainers Aero   L-39   (Produktionszeit   1968–1999)   bei   den   sowjetischen   Luftstreitkräften wurde   im   Jahre   1991   eine   Spezifikation   an   verschiedene   sowjetische   Konstruktionsbüros   ausgegeben.   Mit   der   neuen   Maschine   sollten   die   wichtigsten Flugmanöver   der   Einsatzmuster   Mikojan   MiG-29   und   Suchoi   Su-27   geschult   werden   können,   was   eine   extreme   Manövrierfähigkeit   voraussetzt.   Gleichzeitig sollte die Maschine kostengünstig sein. Bei   Jakowlew   entstand   daraufhin   eine   recht   ungewöhnliche   Konstruktion,   bei   der   die   Flügelwurzel   bis   zum   Bug   vorgezogen   wurde.   Die   beidseitigen Lufteinläufe    wurden    ebenfalls    sehr    weit    vorgezogen    und    befanden    sich    unter    der    Flügelwurzel    unterhalb    des    vorderen    Cockpits.   An    den    Enden    der Trapeztragflächen   sollten   sich   Winglets   mit   V-Stellung   befinden. Als Antrieb   waren   zwei Triebwerke   des Typs   Iwtschenko AI-25   vorgesehen,   der   auch   in   der   L- 39 eingebaut wurde. In   der   Folgezeit   wurde   dieser   Entwurf   bearbeitet.   Die   Flügelwurzel wurde    weniger    weit    nach    vorne,    nur    knapp    bis    zum    vorderen Cockpit,     vorgezogen,     und     die     Lufteinläufe     begannen     erst unmittelbar     nach     dem     hinteren     Cockpit.     Wie     die     Mikojan- Gurewitsch   MiG-29   besitzt   die   Jak-130   ein   Klappensystem   an   den Lufteinläufen,   bei   dem   während   der   Startphase   die   eigentlichen Lufteinläufe   geschlossen   werden   und   die   Luftzufuhr   über   Klappen auf   der   Oberseite   der   Lufteinläufe   erfolgt.   Die   Tragflächen   sind   als deltaähnliche    Pfeilflügel    mit    Sägezahnvorderkante    mit    Hochauf- triebshilfen    ausgeführt.    Ebenfalls    mit    Sägezahnvorderkante    ver- sehen sind die als Pendelruder ausgelegten Höhenruder. Unter    den    Tragflächen    befinden    sich    je    drei    Pylone,    an    denen verschiedene   Waffen   mitgeführt   werden   können.   Der   Antrieb   sollte aus   zwei   je   2200   kgf   leistenden   RD-36-35   bestehen,   die   durch   ein vollständig   digitales   FADEC   (Triebwerksmanagement)   kontrolliert werden.   Endgültig   wurden   in   die   Maschinen   dann   aber   Iwtschenko Progress   AI-222-25   (hergestellt   von   „Saljut“   in   Moskau)   mit   je   24,5 kN   Schub   eingebaut.   Die   Flugsteuerung   erfolgt   über   ein   vierfach redundantes   Fly-by-Wire-(FBW)-System   mit   variabel   programmierbarer   Längsstabilität   (0–10   %).   Das   in   Tandemanordnung   eingerichtete   Cockpitpaar   verfügt über   Null-Null-Schleudersitze   vom   Typ   Swesda   K-93   und   jeweils   drei   Multifunktionsbildschirme.   Das   vordere   Cockpit   ist   auch   mit   einem   Head-Up-Display ausgestattet. Durch die Ausrüstung mit einer Hilfsgasturbine und einem Sauerstoffgenerator ist ein Betrieb unabhängig von Bodengeräten möglich. An   dem   Wettbewerb   nahmen   die   Entwürfe   Jakowlew   Jak-130,   Mikojan   MiG-AT,   Mjassischtschew   M-200   und   Suchoi   Su-54   teil.   In   die   engere Auswahl   kamen ab Juli 1992 nur noch die Jak-130 und die MiG-AT. Die Jak-130 wurde im Mai 1994 wegen ihrer besseren Leistungen ausgewählt. Im   Jahr   1993   wurde   die   italienische   Firma   Aermacchi   Partner   in   dem   nun   als   Yak/AEM-130   bekannten   Programm.   1994   wurde   der   erste   Demonstrator   Jak- 130D   fertig,   der   im   Mai   1995   seinen   Rollout   hatte.   Die   Jak-130   wurde   auf   dem Aérosalon   1995   in   Le   Bourget   erstmals   im   Westen   gezeigt. Am   25. April   1996 startete der erste Prototyp (Registrierung RA-43130) gesteuert von Andreij Sinitsin in Schukowski zu seinem Erstflug. Die   russisch-italienische   Zusammenarbeit   war   jedoch   nicht   von   langer   Dauer.   Beide   Firmen   beendeten   im   Jahre   2000   ihre   Partnerschaft   aufgrund   von Differenzen   über   die   künftige   Entwicklung.   Jakowlew   betreibt   das   Jak-130-Programm   alleine   weiter.   Aermacchi   entwickelte   die   M-346,   die   der   Jak-130   zum Verwechseln ähnlich sieht, jedoch für den westlichen Markt vorgesehen ist. Aermacchi zahlte an Jakowlew für die Hilfe 77 Mio. Euro. Diverse   Verzögerungen   unter   anderem   aus   Geldmangel   bewirkten,   dass   im   Juni   2001   der   Generaldirektor   Oleg   Demtschemko   ankündigte,   ab   2003   zwei Vorserienflugzeuge   und   zwei   statische   Testzellen   auf   eigene   Kosten   herstellen   zu   wollen.   Am   16.   März   2002   bestellten   die   russischen   Luftstreitkräfte   offiziell die   Maschine,   so   dass   das   Projekt   weitergeführt   werden   konnte.   Die   erste   Vorserienmaschine   wurde   im   Juni   2003   auf   der   Paris   Air   Show   gezeigt   und   der Erstflug   erfolgte   am   30.   April   2004.   Der   Absturz   des   dritten   Prototyps   der   Jak-130   im   Juli   2006   (nur   vier   Monate   nach   dessen   Erstflug)   infolge   eines Softwarefehlers   im   Fly-By-Wire-System   verzögerte   die   Zulassung   durch   die   russischen   Luftstreitkräfte   bis   zum   November   2007.   Das   erste   Serienmuster   hatte am 19. Mai 2009 seinen Erstflug. Seitdem werden die Flugzeuge an die russischen Luftstreitkräfte ausgeliefert. Ein Exemplar stürzte am 29. Mai 2010 ab. Die   erste   kampffähige   Variante   der   Jak-130   absolvierte   ihren   Jungfernflug   am   21.   August   2009.   Es   handelt   sich   dabei   um   eine   zweisitzige   Jak-130,   die   an insgesamt   neun   Aufhängungen   bis   zu   3000   kg   Außenlasten   tragen   kann.   Diese   Variante   wurde   von   der   Irkut   Corporation   für   den   Exportmarkt   entwickelt. Algerien   war   im   März   2006   der   erste   Kunde   mit   einer   Bestellung   von   16   Maschinen,   die   Anfang   2010   ausgeliefert   werden   sollten.   Tatsächlich   wurden   die ersten drei erst im November 2011 geliefert, also nach dem Arabischen Frühling. Die russischen Luftstreitkräfte übernahmen im März 2010 die erste der damals geplanten 62 Maschinen.
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Auch   der   russische   Hersteller   Zvezda   sorgt   bekanntlich   in   regelmäßigen Abständen   für   Aha-Effekte   unter   den   Plastikmodellbauern.   So   auch   bei   der Formneuheit    Yak-130    aus    dem    vergangenem    Jahr,    welche    auf    den Wunschlisten so mancher 1/72er Bastler ganz oben stand. Zvezda    liefert    den    Bausatz    gut    geschützt    in    einer    normalen    Schüttbox, welche   aber   eine   praktische,   wiederverschließbare   Innenkartonage   enthält. Die   Spritzrahmen   an   sich   sind   allesamt   separat   eingetütet   um   Verlust   oder Beschädigungen    an    den    Teilen    zu    vermeiden.    Neben    den    Teilen    (9 Spritzrahmen)    komplettieren    ein    umfangreicher    Decalbogen    und    die    8- seitige Bauanleitung den Inhalt. Die   Spritzrahmen   dieser   Neuentwicklung   stammen   aus   modernen   Metall- formen    und    machen    bereits    schon    beim    reinen    Überfliegen    des    Inhalts einen   sehr   guten   Eindruck.   Betrachtet   man   diese   genauer,   so   fällt   einem sofort   einerseits   die   ungewöhnliche   Aufteilung   der   Rumpfkomponenten   und die   für   den   kleinen   Maßstab   sehr   gute   Oberflächendetaillierung   ins   Auge. Ersteres    ist    der    ebenfalls    ungewöhnlichen    Konzeption    des    Originals geschuldet   und   verlangt   beim   Bau   ein   ein   gewisses   Maß   an   Sorgfalt   und Voraussicht.     Ein     erstes     Zusammenstecken     zeigt     eine     wirklich     gute Passgenauigkeit   der   Hauptkomponenten,   ein   Minimum   an   Spachtelmasse wird   sich   aber   am   Tragflächen-Rumpfrücken-Leitwerk-Übergang   nicht   ver- meiden lassen. Ansonsten    sind    die    Spritzgussteile    von    sehr    hoher    Qualität,    Grate    und Sinkstellen   sind   nicht   zu   erkennen,   die   obligatorische   Formtrennlinie   an runden    Bauteilen    ist    deutlich    vorhanden    und    sollte    entfernt    werden. Häutchen   sind   an   keinem   Bauteil   zu   finden.   Sehr   positiv   fallen   im   Übrigen auch   die   für   den   Maßstab   stimmigen   Gravurlinien   auf.   Ebenso   überzeugend wie   die   grauen   Spritzgussteile   sind   die   Klarsichtteile.   Bedingt   durch   die   sehr dünn   ausgeführten   Hälften   des   Leitwerkes   haben   diese   am   vorliegenden Muster   einen   leichten   Verzug,   der   sich   aber   bereits   nur   durch   das   fixierte Verkleben   bereinigen   lässt.   Insgesamt   betrachtet   lassen   die   Spritzgussteile einen   für   die   Modellgröße   doch   aufwändigeren   Bau,   aber   auch   jede   Menge Bastelspaß vermuten. Einen wirklichen “Downer” konnte ich nicht entdecken. Gehen   wir   nun   weg   von   der   Qualitätsbetrachtung   und   sehen   uns   die   Aus- stattung    etwas    genauer    an:    Das    großzügig    einsehbare    Cockpit    ist    gut ausgestattet   und   kann   wahlweise   auch   mit   Pilotenfiguren   bestückt   werden. Möchte    man    dies    nicht,    so    enthalten    die    Schleudersitze    bereits    aufge- prägtes Gurtmaterial.
Oben: Die Klarsichtteile sind schlierenfrei und sauber gespritzt. Die Spreng- schnüre am Cockpitdach sind für den Maßstab akzeptabel fein umgesetzt. Oben rechts: Zvezda liefert auch optionale Pilotenfiguren zum Cockpit.
Unten: Der Schachtelinhalt im Überblick
Oben:   Der   umfangreiche   Decalbogen   liefert   Elemente   und vor   allem   lesbare   Wartungshinweise   für   drei   farblich   unter- schiedliche Varianten der Yak. Prinzipiell   sauber   gedruckt   gibt   es   nur   an   sinnvollen   Stellen Trägerüberstände.    Eine    gewisse    “Dicke”    der    Elemente    ist aber nicht von der Hand zu weisen.
Oben: Der Kit enthält satte 6 Spritzrahmen mit Außenlasten. Unten: Die Oberflächen der Bauteile sind mit feinen Details versehen.

Zvezda 7307

Inhalt: 8 graue Spritzrahmen mit 175 zu verwendenden Teilen 1 transparenter Spritzrahmen mit 6 Teilen 1 Decalbogen 8-seitige, A4 Bau- und Bemalungsanleitung in s/w
Quelle: Mil.ru
Der Bausatz:
Review-Checkbox
Maßstab:   1/72      Teile gesamt:   181      Markierungsoptionen:    3

Russian Trainer Aircraft Yak-130

Zvezda 7307

Zielgruppe:
Anfänger
erfahrener Modellbauer
Profi
Verwendung:
Gimmick
Korrektur
Erweiterung / Detaillierung
Diorama-Zubehör
Spritzguss, Kleinserie (short run)
Spritzguss, Metallform
Spritzguss, Formen-/Technologie-Mix
Verfügbarkeit:
Limited Edition
Serie
Technologie:
Resin, klassischer Musterbau
Resin, 3D-Druck-Technologie
Wasserschiebebilder
Fotoätzteile, metallfarben
Fotoätzteile, bedruckt
Ausstattung:
Resinteile
Masken
Metallteile
Vacu-Teile
Acetatfilm
Vinyl-Teile / -Räder
Begleitbroschüre
Poster / Kunstdruck
Bauanleitung, farbig
Bauanleitung, s/w
Lackieranleitung, farbig
Lackieranleitung, s/w
Sammlerartikel / Zugabe
Aufkleber / Abziehbilder
Auslegung:
Basisbausatz
Bausatz mit Zubehör/Aufwertung
Multimediabausatz
Dual- / Mehrfachbausatz
Bauanleitung
sachlich, zweckmäßig
High End
komfortabel
Download-Option
Konzept
Produktidee:
Wiederauflage
Varianten-Wiederauflage
Formentausch
Neuheit / Erstauflage
Umsetzung:
Spritzguss:
Decals:
Resin:
Qualität
Klarsichtteile:
Bauanleitung:
Die   A4-Bauanleitung   ist   in   puncto   Abbildungsgröße   gut   umgesetzt.   Auf   eine Darstellung   in   Vollfarbe   wird   Zvezda-typisch   in   den   Baustufen   und   leider   auch im Lackierteil verzichtet. Farbcodes    sind    im    Klartext    (russisch)    und    im    System    des    Herstellers Humbrol    aufgeführt.   Auf    Seite    2    erhält    man    einen    Überblick    der    Spritz- rahmen, gerade einmal 4 Teile wandern in die Restekiste. Zur   Lackierung   und   dem   Anbringen   der   Wasserschiebebilder   liefert   Seite   8 die   nötigen   Informationen.   Es   lassen   sich   3   Maschinen   mit   unterschiedlicher Farbgebung   aus   den   Jahren   2015   und   2017   darstellen.   Eine   davon   (als gebautes Modell) ist auf der Schachtelrückseite in Farbe abgebildet.
Gesamteindruck
sehr empfehlenswert ! I I
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Decalelemente   für   die   Instrumente   sind   im   Bausatz   leider   nicht   enthalten.   Aussreichend   dünn ausgeführt   sind   die   Sprengschnüre   in   der   Cockpithaube,   welche   auch   offen   dargestellt   werden kann.   Weitere   Hingucker   am   Bausatz   sind   z.B.   die   Verdichterschaufeln   der   Triebwerke,   welche durch    die    zweiteiligen    Lufteinlasskanäle    noch    erkennbar    sind.    Gleiches    gilt    für    das    sehr filigrane, aber doch genügend Stabilität bietende, mehrteilige Haupt- und Bugfahrwerk. Zvezda´s   Yak-130   bietet   aber   noch   mehr;   ein   gut   ausgestattetes   Sortiment   an Außenlasten,   die detaillierte   und   optional   ausgefahrene   Luftbremse   und   beispielsweise   die   separaten   Steuer- flächen sorgen auch bei der komplett grauen Maschine für ein dynamisches Erscheinungsbild.