Die Viper
Modell: Pilatus PC-7 „Turbo Trainer“
Gebaut von: Stefan Fraundorfer
Maßstab: 1/48
Verwendeter Bausatz: Wolf 3D Resin Parts (WOL480306)
Zubehör:
- Decals Universal cockpit dials 1.00 mm – 1.80 mm, ANYZ (AN037)
- Decals Universal cockpit dials 1.60 mm – 2.20 mm, ANYZ (AN038)
Prolog
Seit dem Siegeszug des 3D-Drucks leben wir Modellbauer wie im Paradies. Täglich werden neue, ultradetaillierte Zurüst- und Umbausets zu den verschiedensten Basisbausätzen angeboten, da kommt der gute alte Resinguss oft nicht mehr mit. Man hat das Gefühl, es gibt nichts, was es nicht gibt. Seltener ist (noch), dass komplette Modelle im 3D-Druck hergestellt werden. Aber auch hier sind die Anfänge bereits gemacht – wie mit der Pilatus PC-7, die vom österreichischen Hersteller Wolf 3D Resin Parts in den Maßstäben 1/32, 1/48 und 1/72 erhältlich ist.

Pilatus PC-7
Die Pilatus PC-7 „Turbo Trainer“ ist ein zweisitziges, voll kunstflugtaugliches Militär-Schulflugzeug des Schweizer Herstellers Pilatus Aircraft. Die Maschine basiert auf der Pilatus P-3, absolvierte 1966 ihren Erstflug und ging 1977 in Serienproduktion. Mit weit über 500 gebauten Exemplaren bildet sie weltweit bei mehr als 20 Luftstreitkräften das Fundament für die Grund- und Fortgeschrittenenausbildung angehender Militärpiloten.
Das Österreichische Bundesheer beschaffte ab 1983 sechzehn PC-7. Das Flugzeug wird an der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule für die Pilotenausbildung verwendet. Zusatzaufgaben sind taktische Einsätze und Überwachungsflüge, denn für das Abfangen von langsam fliegenden Luftfahrzeugen ist die PC-7 besser geeignet als ein Jet. Der „Turbo Trainer“ kann an insgesamt 6 Unterflügelstationen mit Maschinengewehren (12,7mm M3P Browning) und Raketen (7x70mm LAU-7A) bewaffnet werden.
Anlässlich der 20-jährigen Nutzung dieses Typs beim Bundesheer trägt die PC-7 mit der Kennung 3H-FG seit 2003 den spektakulären Sonderanstrich „Viper“.
Bausatz und Bauprozess
Die PC-7 von Wolf 3D Resin Parts ist mein erster komplett 3D-gedruckter Bausatz. Gleich vorweg: ich habe den Kauf des doch etwas hochpreisigen Bausatzes keinesfalls bereut und kann ihn ruhigen Gewissens empfehlen. Die Passgenauigkeit und die Detaillierung sind hervorragend, die Oberflächengestaltung ist mit Panellinien und Nietenreihen perfekt umgesetzt.
Der Inhaber von Wolf 3D Resin Parts, Christoph Wolfsberger, arbeitet in seinem Brotberuf übrigens beim Österreichischen Bundesheer als Techniker an der PC-7 – wer, wenn nicht er, kennt den Flugzeugtyp daher in- und auswendig?
Aufgrund der exzellenten Passgenauigkeit der einzelnen Teile ist Spachteln und Schleifen praktisch nicht notwendig – was der Oberflächendetaillierung natürlich zu Gute kommt, weil dadurch keine Nietenreihen verloren gehen. Der Rumpf wird aus nur 4 Teilen, die Tragflächen aus insgesamt 2 Teilen aufgebaut. Mitgelieferte Messingröhrchen helfen beim exakten Zusammenbau bzw. unterstützen die Festigkeit des Modells. Auch das Fahrwerk wird mit diesen Röhrchen stabilisiert.
Der Bau geht also recht schnell von der Hand. Man sollte nur aufpassen, dass einem die Teile nicht runterfallen, denn das Material ist ziemlich spröde und damit bruchgefährdet. Besondere Vorsicht ist beim Hauptfahrwerk mit den angedruckten Bremsleitungen geboten. Eine unachtsame Bewegung und sie brechen sofort ab – was mir natürlich auch passiert ist.
Mein einziger Kritikpunkt an diesem tollen Bausatz betrifft das Fehlen der Decals für die Cockpitinstrumente. Hier hätte sich ein Sandwich aus Basisplatte, dann die Instrumente auf Acetatfilm gedruckt und darauf ein 3D-gedrucktes Instrumentenpaneel geradezu angeboten. Dieses Manko habe ich mit Einzeldecals von Anyz ausgeglichen.
Bei den Farben habe ich mich für die Produkte von Mr. Hobby/Gunze Sangyo H26 Hellgrün und H77 Reifen Schwarz entschieden, die dem Original sehr nahekommen. Ein Panelline-Washing habe ich im grünen Bereich mit AK2071 von AK Interactive und auf den schwarzen Oberflächen mit einem angemischten hellgrauen Ton durchgeführt.
Ein weiteres Highlight des Kits sind die Decals. Sie stammen von Cartograf, sind über jeden Zweifel erhaben und lassen sich perfekt verarbeiten. Erst damit wird die Viper zum Hingucker.
Fazit
Als leidenschaftlicher Fan von Flugzeugen mit spektakulären Sonderlackierungen fällt die PC-7 „Viper“ natürlich zu 100 % in mein Beuteschema. Und noch dazu handelt es sich um eine Maschine meines Heimatlandes, die ich selbst schon mehrmals in Action gesehen habe – was kann es Besseres geben? Ein super Bausatz und top Decals sorgen dafür, dass in meiner Vitrine nun eine sehr schöne 48fache Verkleinerung des Originals steht.
© Modell, Bilder und Text: Stefan Fraundorfer





