Heller 80717 - Renault R5 Turbo

Box & Bausatzinhalt
- rundum farbig bedruckte, oben öffnende Klappdeckelbox
- 2 weiße Spritzrahmen mit 29 Teilen
- 1 weißes Karosserie-Oberteil
- 1 Spritzrahmen mit 4 Klarsichtteilen
- 1 Spritzrahmen mit 4 Vinylrädern
- 1 Decalbogen
- 12-seitige, farbige Bau- und Bemalungsanleitung in A4
Vorwort
Schritt für Schritt bringt das französische Modellbau-Traditionsunternehmen Heller (Glow2B) auch die bestens bekannten, älteren Bausätze wieder zurück auf den Basteltisch. So auch den hier vorliegenden R5 Turbo-Bausatz aus den 1980ern, welcher in den vergangenen Jahren schon mehrfach wieder aufgelegt wurde. Nun unter gleicher Artikelnummer, aber mit veränderter (informativerer) Schachtel und dem ebenfalls schon bekannten Decalbogen „Tour de Corse 1982“.
Vorbild / Historie:
Der Renault 5 Turbo war ein Sportwagen von Renault. Er basierte auf dem R5 und wurde im März 1980 vorgestellt. Gebaut wurde diese Modellreihe im Renault-Alpine-Werk in Dieppe nördlich von Le Havre und nicht im nordwestlich von Paris gelegenen Werk in Flins, wo die standardmäßige Modellreihe des Renault 5 produziert wurde. Der Renault 5 Turbo stellt eine Sonderform dieser Baureihe dar und ist nicht mit anderen turbomotorgetriebenen Varianten des R5 (Renault 5 Alpine Turbo, Renault 5 GT Turbo) zu verwechseln.
Das Fahrzeug war mit einem 4-Zylinder-Mittelmotor und einem Garrett-Turbolader vom Typ T3 (mit Ladeluftkühler) ausgestattet. Der Motor war längs vor der Hinterachse eingebaut und trieb die Hinterräder über ein 5-Gang-Getriebe plus Rückwärtsgang an. Mit einem Hubraum von 1397 cm³ leistete er 118 kW (160 PS). Das maximale Drehmoment von 210 Nm wurde bei 3250 min−1 erreicht, wobei der Turbolader einen Ladedruck von 0,85 bar aufbaute. Allerdings musste für diese Leistungskonstellation die Verdichtung von 8,6:1 auf 7:1 reduziert werden. Durch den Mittelmotor war der Renault 5 Turbo ein zweisitziges Fahrzeug im Gegensatz zu den anderen Modellen der Baureihe R5 mit Frontmotor, die sowohl in zweitüriger als auch in viertüriger Variante gebaut wurden. Der Graugußmotor verfügt über einen Leichtmetallzylinderkopf, das Gemisch liefert eine K-Jetronic-Einspritzanlage von Bosch. Renault setzte das Fünfgang-Getriebe vom Modell 30 TX ein mit der Wartungsvorgabe, dass wie das Motorenöl auch das Getriebeöl standardmäßig bei jeweils 7.500 km Fahrleistung zu wechseln ist. Die Hinterachsübersetzung betrug 3.889:1. Die Hinterachse verfügt über Doppelquerlenker mit Querstabilisator und Schraubenfedern, die Vorderachse besitzt ebenfalls doppelte Querlenker, allerdings mit Torsionsfeder, und wurde prinzipiell bei wenigen Änderungen vom Modell R5 Alpine übernommen. Das Zweikreis-Bremssystem verfügt über einen sechs Zoll Unterdruck-Bremskraftverstärker, einem Bremskraftbegrenzer für die Hinterachse und innenbelüfteten Bremsscheiben an allen vier Rädern. Die Reifengrößen sind vorn 190/55 VR 340 und hinten 220/55 VR 365 (Straßenversion, Michelin TRX-System).
Die Karosserie des Renault 5 Turbo unterschied sich von der des zivilen R5 hauptsächlich durch stark verbreiterte Kotflügel, wobei in die hinteren Kotflügel Luftein- und Auslässe zur Wasser- und Ölkühlung integriert waren. Dadurch betrug die Karosseriebreite 1750 mm gegenüber 1530 mm beim Basismodell. Diese optische Besonderheit bescherte ihm auch den Namen Backenturbo. Die Heckklappe und das Dach sind aus Aluminium gefertigt. Der R5 Turbo hatte neben Tachometer und Drehzahlmesser acht Zusatzinstrumente. Das Reserverad liegt unter der vorderen Haube. Das Leergewicht wurde mit 980 kg angegeben, bei max. 280 kg Zuladung. Die Gewichtsverteilung soll bei 390 kg vorn und 590 kg hinten gelegen haben. Quelle: Wikipedia

Der Bausatz
Vor kurzem brachte Heller den bestens bekannten Bausatz des R5 Turbo zurück in die Händlerregale. Einziger Unterschied, das ebenfalls kürzlich neu entwickelte Schachteldesign, mit informativer Rückseite.
Im sehr leichten, rundum in Hochglanz bedruckten und mehrfach gesiegelten Klappdeckel-Karton finden sich die wenigen Teile des Kits, samt Anleitung und Decalbogen. Die beiden Spritzrahmen, das Karosserieoberteil und die Bereifung liegen lose bei, die Klarsichtteile sind zusätzlich in Folie verschweißt.
Das Besondere an diesem Bausatz ist die grundsätzlich andere Konzeption zu der Masse an 1/24er Modellen. Gerade einmal 39 Teile im Gesamten sind zu verbauen! Heller machte hier damals keinen großen Aufwasch und ließ die normalerweise nicht sichtbaren Fahrwerksteile samt Federbeine und Bremsanlage einfach unter den Tisch fallen. Auch so manche Groß- und Kleinteile, wie etwa die Sportsitze, das Reserverad und die Scheibenwischer sind fest an die Grundkomponenten angegossen, was natürlich mit einem gewissen „Mehraufwand“ an Bau- bzw. Bemalungsarbeit verbunden ist. In Bezug auf die oben erwähnte Andersartigkeit, kann man aber die Türen, Motorhaube und Heckklappe offen anbauen. Die Detaillierung entspricht aber dem Stand der frühen 1980er Jahre und schreit regelrecht nach üppiger Detailarbeit, möchte man den „Turbo“ in einer Dio-Szene verbauen.
Auf der Qualitätsseite lässt sich feststellen, dass der Spritzguss der weißen Rahmen als „gut“ zu betiteln wäre. Lediglich einige Sinkstellen, z.B. an den Außenspiegeln, gilt es zu verfüllen. Größere Grate und Häutchen sind nicht vorhanden. Etwas gelitten hat beim vorliegenden Bausatz der Rahmen mit den Klarsichtteilen. Hier sind trotz separater Verpackung Kratzer (vor allem an der Heckscheibe) vorhanden. Es macht den Eindruck von Lagerschäden, von schon früher in großer Anzahl produzierter Spritzguss-Komponenten.
Bei der Bereifung setzt Heller auf die üblichen Vinylräder. Diese sind ohne Profil und Herstellerschriftzüge vollkommen glatt.
Decalbogen
Der Decalbogen ist mit leuchtenden Farben auf dünnem Träger gedruckt. Sonst absolut in Ordnung, hat das vorliegende Exemplar einige Schwachstellen in den Schwarzfeldern.
Decalvariante: Tour de Corse 1982

Bauanleitung
Die Bauanleitung führt in sehr überschaubaren 10 Schritten zum fertigen Modell. Alle Baustufen sind in angenehmer Abbildungsgröße dargestellt und mit Farbnummern zum Heller- und Humbrol-System versehen. Lobend erwähnen sollte man die ausführliche Information zum Original, was bei vielen Herstellern heutzutage gerne vergessen wird.
Fazit
Heller´s R5 Turbo sollte man mit zweierlei Maß messen! Im direkten Vergleich zu den derzeitigen Mainstream-Bausätzen fällt er definitiv hinten herunter. Aber! Als Einsteigermodell oder für den Liebhaber von unkomplizierten schnellen Modellen ist er genial. Ebenso bietet er, durch die Möglichkeit der offenen Darstellung, gerade dem Dioramenbauer eine sehr gute Basis für Werkstattprojekte etc. Der Phantasie sind hier bekanntlich keine Grenzen gesetzt.
Diesen empfehlenswerten, an die Jugend oder den Modellbau-Einsteiger adressierten, Bausatz erhalten Sie im gut sortierten Fachhandel.
Happy Modelling,
Thomas Schneider
(September 2020)
