ICM 32013 - I-153 with Soviet Pilots (1939-1942) 1/32

Box & Bausatzinhalt
- stabile Klappdeckelschachtel mit hochglanzbedrucktem Stülpdeckel
- 3 graue Spritzrahmen mit 157 Teilen
- 1 grauer Spritzrahmen mit 29 Teilen (Figuren)
- 1 Klarsichtrahmen mit 6 Teilen
- 1 Decalbogen
- 16-seitige Bau- und Lackieranleitung
- 2-seitige A4 Anleitung (Figuren)
Vorwort
Nach der I-16 offeriert ICM in diesem Kit ihre I-153 ebenfalls mit einem Figurenset eigener Herstellung. Es ist immer eine willkommene Ausstattung von Bausätzen, wenn diese zusätzliche Equipment oder Figuren beinhalten. Dabei beweisen die Verantwortlichen ein gutes Gespür für die Branche. Schauen wir mal hinein!
Vorbild / Historie:
Die letzte und mit Abstand beste Version aller Doppeldeckermaschinen aus dem Hause Polikarpow war die I-153. Ihr Oberflügel, der an das Flugbild der Möwen erinnert, hat ihr demnach auch den Namen Chaika (Чайка, Möwe) eingebracht. Ausgerüstet mit einem Einziehfahrwerk und der Bewaffnung mit vier 7,62 mm ShKAS Maschinengewehren war Sie bis Sommer 1941 an der Seite der I-16 die Standardausrüstung der Roten Armee. Bis Mitte 1943 war Sie im Kampfeinsatz. Einige von Ihnen wurden mit Schneekufen ausgestattet. China bekam als Waffenhilfe mehrere hundert Chaikas die mit den I-16 gegen die japanischen Invasoren kämpften. Auch die Finnen nutzten im von Winterkrieg 1939/40 mit Russland erbeuteten Maschinen gegen den Feind.
Mit einem Startgewicht von bis zu 2009 kg erreichte die Maschine je nach Ausrüstung an die 444 km/h. Ein 1014 PS starker luftgekühlter 9-Zylinder-Sternmotor Schwezow ASch-62 mit zweistufigem Lader war dafür vonnöten.
Maximal 740 km Reichweite waren möglich. Bei einer Startstrecke von nur etwas mehr als 100 Meter konnte Sie praktisch überall eingesetzt werden.
Freifallbomben mit max. 200 kg oder 8 RS-82 umgelenkte Raketen konnten mitgeführt werden. (Guido Veik)
Neubauten:
Gegen Ende der 1990er Jahre wurde von der Moskauer Gesellschaft zur Restaurierung historischer Flugzeuge in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Herstellerwerk in Nowosibirsk eine begrenzte Produktion von I-153 und I-16 unter Verwendung von Originalteilen, die von in Nordwestrußland aufgefundenen Wracks stammen, wiederaufgenommen. Auch Teile zweier geborgener I-15 wurden beim Bau verwendet. Die noch vorhandenen Originalzeichnungen und die technische Werkausstattung konnten ebenfalls genutzt werden. Die solchermaßen entstandenen Flugzeuge entsprechen in ihren Leistungsdaten weitgehend den historischen Vorbildern, zumal als Antrieb der Originalmotor M-62 Verwendung findet. Die ersten Neubauten (drei I-153 und sechs I-16) wurden für jeweils 200.000 US-Dollar nach Neuseeland verkauft. Die Flugzeuge sind voll kunstflugtauglich und werden auch auf Flugschauen präsentiert und vorgeflogen. (Quelle Wikipedia)

Der Bausatz
In der wiederverschließbaren, neutralen Verpackung mit attraktiv gestaltetem Hochglanz-Stülpdeckel findet man einen Bausatz mit überschaubarer Teilezahl. Nach dem Auspacken bin ich erst einmal überrascht. Die zahlenmäßig übersichtlichen Teile auf den Rahmen A und B sind groß und in ihrer Form gedrungen. Der dreiteilige Oberflügel misst ganze 31 cm, wobei die Oberseite einteilig ist, genauso wie der untere Teil des Unterflügels. Dabei gefällt mir die optisch gut dargestellte Bespannung des Tragwerks. Auch der bemängelte Oberflügel bei der Ersterscheinung 32010 gehört der Vergangenheit an. Der nicht ganz ausgespritzte Teil (Teil B1 der Oberflügel) ganz links außen ist passe. Alle Bauteile sind einwandfrei, gelegentlich mit ganz leichter Fischhaut abgespritzt. Insgesamt 163 Spritzgussteile sind für den Bau dieses klassischen sowjetischen Jägers erforderlich. Die Spritzrahmen stammen aus neuen und mittels modernster CAD- Technik produzierter Formen und bieten die von ICM gewohnte hohe Qualität. Alle Details wurden akkurat umgesetzt, scharfkantige Gravuren und feine Oberflächendetails zeichnen dieses Kit aus. Neben dem Rumpf und den Motorteilen sind feine Details ebenfalls an den Fahrwerksklappen und dem Interieur sehr überzeugend umgesetzt. Nicht nur der 9-Zylinder-Sternmotor ist meiner Ansicht nach „das Highlight“ dieses Kits, sondern auch die Umsetzung und Montage des Cockpits. Auf den stabilen Unterflügel klebt man den aus 21 Teilen bestehenden Arbeitsplatz des Piloten. Vier davon ergeben den Rohrrahmen der zum Schluss von oben auf die Bodenplatte befestigt wird. Darüber wird der aus zwei Hälften zusammengefügte Rumpf geklebt. Separate Steuerflächen und wahlweise unterschiedliche Bomben samt 82 mm Raketen RS 82 sind die einzigen gestalterischen Möglichkeiten, die der Kit vorsieht. Jedoch kann man die Motorverkleidungen weglassen, um den schönen Motor samt Aufhängung bei einer Wartung zu zeigen. Hierfür müssen noch alle Leitungen div. Kleinteile und die vier Schusskanäle der Shkas in Eigenregie erstellt werden. Mittels zweier Stabiler I-Stiele verbindet sich der Oberflügel mit dem Unterflügel zu einem bulligen Doppeldecker. Sein nach unten zum Rumpf hin gezogener Oberflügel verleiht ihm das charakteristische Erscheinungsbild. Zwecks der großen Klebefläche die sich durch die großen Teile ergeben, habe ich eine Trockenmontage vorgenommen. Die Passung von Rumpf und Flügel ergibt keine Beanstandung. Ich habe nur die drei kleinen Löcher auf der linken Rumpfhälfte mit einem 0,9 mm Bohrer etwas auf- und tiefer gebohrt. Der Übergang beider Flügel ist gut und kann nach dem Ausrichten der Klebenaht, ohne zu Spachteln, mit Flüssigkleber verklebt werden. Eine Führung in Form von zusätzlichen Zapfen hätte nicht geschadet. Auf der letzten Seite der unteren Hälfte zeigt die Bauanleitung die Verspannung. Nimmt man die gelungene Illustration des Deckelbildes zur Hilfe, ergibt sich deren Verlauf. Dennoch sollte man auf Bildmaterial aus dem Netz zurückgreifen, um die Ausführung der Anschlusspunkte genau zu erkennen. Zwecks der Gurte habe ich mich doch zu einer Meinung hinreißen lassen. Bevor gar keine mitgeliefert werden, sollte doch wenigstens ein Decal oder wie in diesem Fall ein Pilot dabei sein. Auch im Wissen, das der Verlauf des Gurtes dadurch nicht immer genau wiedergegeben werden kann.
Bauanleitung
Die Bauanleitung ist im üblichen schwarz/roten ICM-Format gedruckt und führt auf 55 leicht verständlichen Baustufen zum fertigen Modell. Als Referenz für die Farben sind Model Master Farben angegeben, da die Bauanleitung vor der Umstellung auf die Kooperationspartner Revell und Tamiya, Ende 2017, gedruckt wurde. Ein etwas unglücklicher Umstand, denn bei uns sind diese Farben gar nicht so einfach zu bekommen, zumindest nach meiner Recherche. Aber dafür gibt es genügend Farbtabellen, die ein Äquivalent angeben. Der Farbteil bietet abgespeckte Dreiseitenansichten der jeweiligen Markierungsoptionen.
Markierungaoptionen:
- • I-153, 70th IAP (Fighter Regiment), Khalhin-Gol, August 1939
- I-153, 72nd SAP (Mixed Regiment) of Nord Fleet Air Force, Vaenga, 1941
- I-153, 15th IAP (Fighter Regiment), Lithuania, June 1941
- I-153, flown by Major P.I. Biskup, 71st IAP (Fighter Regiment) of Baltic Fleet Air Force, Lavansaari, Summer 1942.
Bauanleitung in Auszügen
Decalbogen
Der mitgelieferte Decalbogen erlaubt die Markierung von vier Einsatzmaschinen der Jahre 1939-42. Eine im fahlen blaugrau gehaltene, mit wirren grünem Spagetti-Fäden lackierten Oberflügel und Rumpf, eine komplett blaugraue Version, eine in grün mit weißem Seitenruder und hellblauer Unterseite und als letzte Maschine mit schwarzgrau und grün getarnte und ebenfalls hellblauer Unterseite. Der Decalbogen ist ausgezeichnet und perfekt im Register gedruckt. Erfreulicherweise sind Decalelemente für die Cockpitinstrumente enthalten, die einzeln aufgebracht werden müssen. Ein wenig Klarlack als Imitation des Glases ergibt wunderschöne Instrumente.

Figuren
Für die hauseigenen Flugzeugtypen, nämlich die Polikarpow I-16 und I-153, bietet ICM nun ein Figurenset mit drei Miniaturen im gleichen Maßstab an. Zwei Piloten und einen Offizier bekommt man mit diesem Set. Ein Flugzeugführer sitzt im Flugzeug, die beiden anderen Figuren tauschen im Stehen letzte Informationen für den nächsten Einsatz aus. 29 in mittleren Grau abgespritzte Plastikteile reichen hierfür völlig aus. Auf einen einzigen Rahmen aufzufinden, sind sie separat eingetütet. Die A4 große, farbige Anleitung gibt die zu verwendeten Farben im Revell und Tamiya Color System an. Eine halbseitige Bauteileübersicht unterstützt die auf der zweiten Seite gedruckte Bau- und Lackieranleitung. Im Vergleich zu den Resinfiguren müssen solche für Plastikfiguren mehrteilig sein, da eine dafür benötigte Stahlform eine sogenannte Hinterschneidung nicht erlaubt. Slide Mold Technologie wäre dafür zu teuer. Ohnehin lässt die Ausführung der Bauteile eine problemlose Passung vermuten. ICM hat die Uniformen, die Gurte, sofern man sie mit Vorbildfotos vergleicht, sehr gut wiedergeben. Unterschiedliche Gesichtszüge und Faltenwurf sind auf hohem herstellertypischen Niveau. Zudem unterstützten die separaten Ausrüstungsgegenstände eine farbliche Gestaltung. Die formenbedingte Naht an den Bauteilen zu entfernen dürfte demnach die meiste Arbeit mit sich bringen. Ein Zusammenfügen zu einer Figur dürfte schnell erledigt sein womit man mit dem bemalen liebevoll gestalteten Piloten beginnen kann. Schwierig wird da die glaubhafte Umsetzung der Ledermäntel der beiden Piloten. Aber auch hierfür gibt es viele Möglichkeiten zur korrekten Darstellung.
Modelldetails
Bildquelle: ICM
Fazit
Beim gleichen Einstandspreis bekommt der Modellbauer hier noch zusätzlich 3 passend modellierte Figuren mit dazu. Insgesamt bin ich von der Umsetzung und Machart sehr beeindruckt. Als Anfängermodell oder für den im Detail verliebten Modellbauer verspricht dieser Bausatz großen Bastelspaß der durch seine Qualität einen schnellen Zusammenbau verspricht. Für den „Einstieg“ in den Dioramenbau eignet sich dieser Kit besonders gut. Eine kleine Platte samt Untergrund mit den Figuren und der I-153 zum Anfang reicht vollkommen aus.
Mein Urteil zu diesem Bausatz lautet: SEHR EMPFEHLENSWERT!
Viel Bastelspaß wünschend,
Guido Veik
(Januar 2021)
