F-15 Eagle,
Luftüberlegenheitsjäger
Modell: McDonnell Douglas F-15C Eagle
Gebaut von: Stefan Fraundorfer
Maßstab: 1/48
Verwendeter Bausatz: Great Wall Hobby (S4806)
Zubehör:
- F-15 open exhaust nozzles, ResKit (RSU48-0450)
- F-15 wheel set, Res-Im (4813)
- F-15C MSIP II Fotoätzteile, Eduard (49706)
- F-15C MSIP II Masken, Eduard (EX441))
- AOA Probes – US Typ, Master (AM-48-142)
- F-15 Eagle Camouflage Paint Masks Set, DN Models (48/827-142)
Prolog
2016 feierte die Oregon Air National Guard ihr 75jähriges Jubiläum. Grund genug, eine spektakuläre Sonderlackierung auf einer ihrer F-15 anzubringen. Der 173. Fighter Wing, stationiert auf der Kingsley Field Air National Guard Base in Klamath Falls, Oregon, ließ sich zu diesem Thema etwas ganz Besonderes einfallen.

Air National Guard
Weil die F-15 jedem Luftfahrtinteressierten halbwegs bekannt sein wird, widme ich mich hier lieber der Air National Guard (ANG), deren Geschichte und Aufgaben ich ebenfalls interessant finde.
Sie ist der für den Luftraum zuständige Teil der Nationalgarde der Vereinigten Staaten und bildet mit dem Air Force Reserve Command die Reserve-Streitkraft der US Air Force (USAF). Ihr Hauptquartier ist in Washington, D.C.
Die ANG untersteht den Gouverneuren der einzelnen US-Bundesstaaten und kann dort bei Naturkatastrophen oder Unruhen zur Hilfe angefordert werden. Gleichzeitig hat sie den staatlichen Auftrag zur Luftverteidigung der gesamten USA und kann im Krisenfall vom Präsidenten mobilisiert werden. Solange die ANG-Einheiten nicht angefordert werden, sind sie verschiedenen Hauptkommandos der Air Force zugeteilt und übernehmen dort zum Teil die gleichen Aufgaben wie die Luftwaffensoldaten des aktiven Dienstes. So stellt die ANG jeweils rund die Hälfte der Lufttransport- und Luftbetankungskapazität des Air Mobility Command.
Zur Luftflotte der ANG gehören rund 1.300 Maschinen aller USAF-Flugzeugtypen, mit Ausnahme des Stealth-Flugzeugs B-2 sowie des MH-53 Pave Low Helikopters, des B-1-Bombers und des AC-130 Gunship. Die Mitglieder der Air National Guard sind freiwillig Dienst leistende Milizsoldaten. Ende 2006 umfasste ihr Personal rund 106.000 Soldaten zuzüglich 1.200 Zivilangestellten.
Die ANG wurde am 18. September 1947 gegründet, gleichzeitig mit der United States Air Force. Im 20. Jahrhundert wurde sie vorwiegend bei größeren Naturkatastrophen im Inland eingesetzt. Mitte der 1970er Jahre begann die Aufwertung zu einem kämpfenden Teil der Streitkräfte als so genannte „total force“ (deutsch „Vollkraft“). Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird sie regelmäßig im Ausland eingesetzt, u. a. im Krieg in Afghanistan, wo über 10.000 Mann der ANG gleichzeitig ihren Dienst versahen. (Quelle: Wikipedia)
Bausatz und Bauprozess
Great Wall Hobby legte den Bausatz der F-15C mit der Nummer S4806 in meinem bevorzugten Maßstab 1/48 bereits 2016 auf – also noch im gleichen Jahr, in dem das Original entstanden ist. Inkludiert sind alle Decals, die notwendig sind, um diese aufsehenerregende Sonderlackierung umsetzen zu können. Für mich als Fan von farbenprächtigen Kampfflugzeugen war klar, dass ich diese Eagle einfach bauen musste.
Den Bausatz von G.W.H. kann ich (fast) nur loben: er bietet viele Möglichkeiten – unter anderem kann das Radar eingebaut und der Konus geöffnet dargestellt werden. Das gleiche gilt auch für die beiden Avionik-Schächte im Anschluss an den Radarkonus. Die Lufteinläufe können waagrecht, oder in abgesenkter Stellung angebaut werden. Auch die Luftbremse kann ausgefahren, oder geschlossen montiert werden. Und natürlich kann die Cockpithaube geöffnet angebaut werden – die einzige Option, die ich genutzt habe, weil sich das Anbringen der Decals ansonsten noch viel schwieriger gestaltet hätte.
Der Zusammenbau der Plastikteile verlief recht unproblematisch, die Passgenauigkeit ist – einmal abgesehen von den Lufteinläufen – sehr gut. Das Cockpit habe ich mit Fotoätzteilen von Eduard aufgepimpt und die Räder gegen welche aus Resin getauscht. Die Schubdüsen, die bei der Eagle ja äußerst aufwendig gebaut und sehr gut sichtbar sind, habe ich durch 3D-gedruckte von ResKit ersetzt. Hier ist die Detaillierung nochmals deutlich besser, als bei den gut gemachten Bausatzteilen.
Die Bauanleitung schwächelt etwas durch zu wenige bzw. unklare Farbangaben. Hier sollte man sich gutes Referenzmaterial ansehen. Und Achtung: baut man das Hauptfahrwerk so wie in Schritt 13 angegeben ein (falls das technisch überhaupt möglich ist), dann zeigen die Räder nach innen, anstatt richtigerweise nach außen! Apropos Fahrwerk: das Bugfahrwerk sollte man nach Möglichkeit durch eines aus Metall ersetzen – was ich leider nicht gemacht habe. Das Gewicht des doch recht schweren Modells lässt das Bugrad leicht schief stehen, weil dessen Aufhängung zu schwach ist. Hoffentlich verschlimmert sich das im Laufe der Zeit nicht noch mehr.
Für die Lackierung der für die Eagle typischen Zwei-Ton-Tarnung habe ich dieses Mal auf Real Colors Farben von AK Interactive zurückgegriffen – konkret RC 917 „Aggressor Grey“ FS 36251 und RC 915 „F-15 Dark Grey (MOD Eagle)“ FS 36176, die dem Original sehr nahekommen und ein schönes Spritzbild ergeben. Um die Maskierung der umfangreichen Tarnflächen zu beschleunigen, habe ich mir das wiederverwendbare Set von DN Models zugelegt. Den Naturmetall-Look am Heck und die Nozzles der Eagle habe ich mit Farben aus der Xtreme Metal Palette von AK dargestellt.
Wo viel Licht ist, ist immer auch – zumindest etwas – Schatten: die Decals, die das Highlight des Kits sein sollten, sind zwar sauber im Register gedruckt, haben es aber in der Anwendung in sich. Einerseits stimmt die Größe nicht ganz exakt, was sich vor allem an den Außenseiten der Seitenleitwerke bemerkbar macht. Andererseits sind sie ziemlich brüchig – die Adlerschwinge auf der rechten unteren Tragfläche ist beim Anbringen gleich mal in acht Teile zerbröselt. Ich dachte schon ans Aufgeben, habe sie dann aber doch so gut es ging wieder mühselig zusammengesetzt, was natürlich nicht ohne Folgen blieb. Risse uns Spalten mussten mit dem Pinsel ausgebessert werden. Daraus habe ich gelernt und die restlichen großen Decals vor dem Aufbringen in zwei, drei Teile geschnitten, was zu einem deutlich besseren Ergebnis geführt hat. Das hätte G.W.H. ruhig auch selbst schon machen können!
Fazit
Natürlich war mir schon vor dem Bau aus Erfahrung klar, dass große Decals immer mit Schwierigkeiten verbunden sind, aber ich wollte es ja nicht anders. Trotz kleiner Fältchen und anderer minimaler Mängel, die sich einfach nicht ganz vermeiden ließen, bin ich sehr froh, die Eagle in dieser Sonderlackierung gebaut zu haben und mit dem Ergebnis auch ziemlich zufrieden. Aus einem halben Meter Entfernung sind diese Mankos nicht mehr zu sehen und die F-15 macht in der Vitrine eine wirklich gute und imposante Figur.
© Modell, Bilder und Text: Stefan Fraundorfer





