Messerschmitt Bf 109 G-14
in Diensten der ANR
Modell: Messerschmitt Bf 109 G-14
Gebaut von: Roland Sachsenhofer
Maßstab: 1/32
Verwendeter Bausatz: Hasegawa (08068)
Die Schrecken von Krieg und Diktatur waren für das nördliche Italien auch nach Zusammenbruch und Kapitulation des faschistischen Staates noch nicht überstanden. Der nach Deutschland geflohene Benito Mussolini stand ab September 1943 einem Marionettenstaat von Hitlers Gnaden vor, der bis zum Kriegsende im Mai 1945 bestehen würde: der „Repubblica Sociale Italiana“ (RSI), die auch unter dem Namen „Republik von Salò“ bekannt werden sollte.

Zum militärischen Aufgebot der auf Seiten Deutschlands kämpfenden RSI zählte die ANR, (Aeronautica Nationale Repubblicana), die Luftwaffe dieses faschistischen Staates. Deutschland ergänzte die anfänglich rein italienische Ausrüstung aus eigenen Beständen. So flogen gegen Kriegsende die beiden Jagdgruppen (Gruppo Caccia) der ANR durchgehend Bf 109 G der späten Baureihen.
Die hier im Modell vorgestellte Bf 109 G-14 mit der Werknummer 464444 illustriert dies gut: sie wurde im Februar 1945 von Maggiore Carlo Miami, dem Kommandeur der 2. Jagdgruppe, geflogen und kam vom Stützpunkt Aviano aus gegen die Alliierten zum Einsatz.
Die Flugzeuge der ANR wiesen das Hoheitszeichen der RSI mit den Farben Italiens im gezähnten Briefmarken-Rahmen auf, ließen dabei aber noch die ursprünglichen deutschen Markierungen – in der vollen Bandbreite von der kompletten Übermalung bis zur unveränderten Übernahme – erkennen. Bei dieser Maschine sind die Balkenkreuze auf den Tragflächenoberseiten übermalt beziehungsweise durch das RSI-Emblem mit den stilisierten Liktorenbündeln ersetzt, während sie an den Rumpfseiten und der Flächenunterseite vollständig erhalten geblieben sind. Eine Eigentümlichkeit von Maggiore Miamis Maschine bestand in dem seltsam asymmetrisch ausgeführten Stabswinkel an der rechten Rumpfseite.
Zu Bau und Bausatz
Der Bausatz von Hasegawas Bf 109 G-14 war ein Geschenk, die ANR-Markierungsvariante dagegen das Ergebnis meiner Umschau nach einer Alternative zu einer Maschine mit deutschen Kennungen. Mit dem umfangreichen Decalbogen „Messerschmitt Bf 109 G’s of the Aeronautica Nazionale Repubblicana“ von Euro Decals hatte ich dann nach kurzer Suche italienische Markierungen gefunden, die mein Interesse wecken konnten.
Um den Hasegawa-Grundbausatz an das Vorbild einer G-14 anzupassen, musste der für diese Version typische eckige Anbau eines Staufaches im rückwärtigen Cockpitabschluss nachgebaut werden, zudem wurde im Cockpit die Dichte an Details mit 3D-Decals von Quinta-Studio erhöht.
Weiters habe ich noch die von Hasegawa im ausgefederten Zustand wiedergegebenen Fahrwerksbeine gekürzt, um einen realistischeren Stand der 109 auf dem Boden zu erreichen. Dazu wurden die Federbeine abgeschnitten und eingekürzt, danach mit in feine Bohrungen gesetzten Drahtstiften gesichert und das Ganze wieder zusammengebaut.
Die Auspuffanlage wurde gegen eine solche aus Resin ausgetauscht. Deren geöffnete Auspuffstutzen und das dünnwandige Blech des Blendschutzes tatsächlich eine sichtbare Verbesserung des Erscheinungsbildes bringen. Diese unaufwendige Maßnahme kann ich bei der Verwendung dieses nun doch schon etwas bejahrten Bausatzes nur wärmstens empfehlen!
Nachdem dieser gut und problemfrei umzusetzende Hasegawa-Bausatz noch Energien übriggelassen hat, habe ich mich entschieden, einen Starterwagen in das Requsitorium dieses Projekts aufzunehmen. Dieser stammt von Aircraft In Miniature Ltd, die Teile selbst sind im 3D-Druck entstanden – was zur Folge hatte, dass mit wenigen Arbeitsschritten ein passgenauer und schön detaillierter Anlasser-Wagen fertig gestellt werden konnte.
Alles in allem hat sich dieser Bau trotz der Aktivitäten mit Umbauten, 3D-Decals und dem Zusatz von Ätzteilen als ein recht zügig und vergnüglich zu realisierendes Projekt entpuppt. Hasegawa-Bausätze zeigen eben auch noch nach Jahrzehnten, welche komfortable Basis ein gut gemachter, passgenauer Bausatz sein kann!
© Modell, Bilder und Text: Roland Sachsenhofer




