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Reviews
Vielen Dank an die Firmen ICM und Glow2B für die Bereitstellung dieses Besprechungsmusters.

ICM  35667

Inhalt: 2 graue Spritzgussrahmen mit 81 benötigten Teilen 1 Klarsichtrahmen mit 7 benötigten Teilen 1 Decalbogen 12-seitige Bau- und Lackieranleitung
Unten: Der Schachtelinhalt im Überblick
Die   übersichtlich   gestaltete   Bauanleitung   führt   in   wenigen   klar   ausgeführten   Baustufen   zum   fertigen   Modell. Auf   der   farbigen   Rückseite   der Anleitung   finden sich   die   Bemalungsangaben   für   zwei   1918   im   Nahen   Osten   eingesetzte   Fahrzeuge   der   australischen   Armee,   wobei   sich   die   Decals   auf   die   militärischen Kennummern   und   landestypische Abzeichen   (Känguruh   bzw.   Boomerang)   beschränken.   Die   Farbangaben   beziehen   sich   wie   üblich   auf   die   Hersteller   Revell und Tamiya.
Unten: CAD-Bilder. Quelle: ICM
Maßstab: 1/35 ICM Produktseite: 35667 Vertrieb: Glow2B Bezugsquelle: Fachhandel Preis: UVP € 29,99
Der Bausatz:
Bauanleitung:
Bauanleitung in Auszügen
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Oben: Die Klarsichtteile sind schlierenfrei und sauber gespritzt.
Wie   gewohnt   beim   ukrainischen   Hersteller   ICM,   kommen   alle   Spritzrahmen sauber   und   sicher   verpackt   in   einer   stabilen   Innenschachtel   mit   hochglanz Stülpdeckel. Die   88   benötigten   Teile   des   Kits   ordnen   sich   übersichtlich   auf   zwei   graue und   einem   transparenten   Spritzrahmen   an   und   sind   in   Sachen   Spritzguss- qualität    sehr    sauber    gefertigt.    Sinkstellen,    Grate,    Häutchen    oder    über- mäßige    Formtrennlinien    sucht    man    vergebens.    Das    Modell    weist    eine stimmige   Nachbildung   des   Ford   4   Zyl.   22,5   PS   Motors   auf.   Dieser   bleibt aber   -gemäß   Bauplan-   unter   der   Motorhaube   verborgen,   ein Abklappen   der Motorhaubensegmente   an   den   Klavierbändern   ist   nicht   vorgesehen.   Für   die Bereifung   bietet   der   Bausatz   Kompletträder   an,   im   Gegensatz   zur   1/24er Variante    der    ICM    Ford    T-Reihe    werden    auf    cremefarbene    Vinylreifen verzichtet.   Die   Umsetzung   der   Räder   ist   hervorragend,   sogar   das   kleine Highlight in Form der Ventile wurde nicht vergessen. Weitere   feine   Details,   wie   z.B.   am   Kühler,   den   Blattfedern,   der   Sitzbank oder   die   Einstiegstritte   können   ebenfalls   sehr   überzeugen.   Extrem   fein   und dennoch lesbar sind auch die “Ford”-Schriftzüge umgesetzt. Bedauerlich    ist    allenfalls,    dass    das    Verdeck    nur    geöffnet    und    nicht geschlossen   dargestellt   werden   kann.   Aber   vielleicht   nehmen   sich   dieser Sache   ja   die   Aftermarket-Firmen   an,   Cix-Models   aus   Italien   kämen   mir   da beispielsweise in den Sinn.
Vorwort: Endlich!   Endlich   erscheint   ein   moderner   Bausatz   dieses   bedeutenden   Fahrzeugs   aus   den   Pioniertagen   des   Automobils.   Nun   dürfen   die   Bausätze   von   Airfix und Revell in 1/32, die beide aus den 1950er/1960er Jahren stammen, ihren wohlverdienten Ruhestand antreten.
Vorbild und Modell: Das   berühmte   Ford   Modell   T      wurde   mit   kleineren   Veränderungen   von   1908   bis   1927   produziert.   Ganze   15   Millionen   Stück   verließen   Fords   Werkhallen,   was das   liebevoll   Tin   Lizzie   getaufte   Vehikel   lange   Jahrzehnte   zum   meistgebauten   Automobil   der   Welt   machte.   „Sie   können   mein   Auto   in   allen   Farben   haben   Hauptsache   es   ist   schwarz“,   dieser   und   zahlreiche   ähnliche   Sätze   gehen   auf   den   verschrobenen   Henry   Ford   zurück,   dessen   Fließbandproduktion   immerhin die   moderne Arbeitswelt   revolutionierte   (einen   interessanten   Film   zur   dieser   Fließbandproduktion   findet   sich   hier:   (Link) .   Dabei   sei   noch   ergänzt,   dass   es   den Ford-T,   abhängig   von   den   Produktionsvarianten,   durchaus   auch   in   anderen   Farben   gab.   Der   schwarze   Lack   soll   nur   am   schnellsten   getrocknet   sein,   weshalb man   bei   Ford   diese   Farbvariante   präferierte.   Durch   die   neue   Fertigungstechnik   war   das   Fahrzeug   auch   für   den   einfachen   Mann   erschwinglich   und   der   Ford   T wurde   vor   allem   aufgrund   seiner   Robustheit   und   seiner   unkomplizierten Bauweise,   die   nahezu   jede   Reparatur   in   der   heimischen   Garage   möglich machte   (man   denke   dabei   an   heutige   Automobile...),   allgemein   hoch geschätzt. Im   Jahr   1917   erschien   der   Ford-T   mit   einem   ersten   Facelifting:   Die Kotflügel      wurden      runder,      die      Motorhaube      ebenfalls      und      der charakteristische   sechseckige   Messingkühler   wurde   durch   einen   oben abgerundeten   Kühler   aus   schwarz   lackiertem   Blech   ersetzt.   Es   ist   genau diese   Version,   die   uns   ICM   in   der   mittlerweile   5.   Bausatzvariante   vorlegt. Spezialisierte   sich   ICM   bisher   auf   militärische   Umbauten   des   Ford-T,   legt die   ukrainische   Firma   nun   erstmalig   eine   zivile   Version   vor.   „Touring“, „Landaulet“,    „Phaeton“    oder    „Torpedo“    –    diese    Bezeich-nungen    für Karosserien   aus   den   Kindertagen   des   Automobils,   die   teilweise   noch aus   dem   Kutschenbau   entlehnt   worden   waren,   sind   heute   nur   noch   den wenigsten   geläufig. Tourenwägen   waren   für   längere   Reisen   gedacht   und besaßen   meist   vier   Sitzplätze.   Dabei   verzichteten   Touring-Karosserien ebenso   auf   B-   oder   C-Säulen   wie   auf   Seiten-fenster,   gegen   eine   sich verschlechternde    Witterung    konnte    ein    an    den    Seiten    offenes    Verdeck    aufgeklappt    werden    –    eine    bis    in    die    1920er    Jahre    durchaus    gebräuchliche Karosserieform, die spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings endgültig ausstarb. Der   Ford-T   wurde   nicht   etwa   nur   in   dem   so   eng   mit   seinem   Namen,   ja   mit   dem   amerikanischen Automobil   an   sich   so   eng   verknüpften   Werk   in   Detroit,   sondern alleine    in    Nordamerika    an    weiteren    32    Orten    produziert.    In    Europa    stellte    das    Ford-Werk    in    Trafford    Park,    im    englischen    Manchester,    die    größte Produktionsstätte dar. Auch in Europa wurde das Ford Modell T schnell zu einem der meistgenutzten Fahrzeuge überhaupt. Spätestens   an   dieser   Stelle   stolpert   man   über   die   Modellbezeichnung,   für   die   sich   ICM   entschied,   nämlich   Stabswagen   der   australischen   Armee.   Nun   nahm Australien   als   Teil   des   Commonwealth   am   Ersten   Weltkrieg   teil   und   besaß   tatsächlich   zahlreiche   Ford-T   in   ihrem   Bestand.   Wirft   man   einen   Blick   auf   die anderen   von   ICM   produzierten   Bausatzvarianten   des   Ford-T,   besonders   der   „Utility“   Version   als   leichter   LKW   (Link)    und   der   bewaffneten   Variante   als   Light Patrol   Car   (Link) ,   wird   klar,   dass   sich   ICM   auch   hier   auf   eine   Sondernutzung   des   Ford-T   in   britischen   Diensten   spezialisiert,   nämlich   dem   Einsatz   als Patroulienfahrzeug   der   australischen   Armee   zwischen   1916   und   1919,   als   der   1837   gegründete   Senussi-Orden   die   unter   britischer   Kontrolle   stehenden ägyptischen    Gebiete    von    Libyen    aus    bedrohte.    Die    Ford-T-Fahrzeuge    erwiesen    sich    dort    den    extremen    klimatischen    Bedingungen    als    hervorragend gewachsen   und   trotzten   Hitze,   Sand   und Trockenheit   besser   als   alle   anderen   Fahrzeuge.   In   wendigen,   leicht   bewaffneten   Einheiten   durchquerten   die Truppen weite,   unbewohnte   Gebiete   und   montierten   dabei   zur   Gewichtsersparnis   alles   Überflüssige   wie   etwa   Kotflügel   oder   Motorenverkleidungen   von   ihren   Fords   ab. Zahlreiche Fotos belegen auch die Nutzung der Touring-Variante des Ford-T, und hier verortet ICM auch diese Bausatzvariante.
Oben: Dem Original entsprechend, besteht der einfach gehaltene Decalbogen nur aus weißen Markierungen. Diese sind sauber und deckend gedruckt.
Review-Checkbox
Gesamteindruck
sehr empfehlenswert ! I I
Maßstab:   1/35      Teile gesamt:   88      Markierungsoptionen:    2

Model T 1917 Touring, WWI Australian Army Staff Car

ICM 35667

Zielgruppe:
Anfänger
erfahrener Modellbauer
Profi
Verwendung:
Gimmick
Korrektur
Erweiterung / Detaillierung
Diorama-Zubehör
Spritzguss, Kleinserie (short run)
Spritzguss, Metallform
Spritzguss, Formen-/Technologie-Mix
Verfügbarkeit:
Limited Edition
Serie
Technologie:
Resin, klassischer Musterbau
Resin, 3D-Druck-Technologie
Wasserschiebebilder
Fotoätzteile, Messing
Fotoätzteile, bedruckt
Ausstattung:
Resinteile
Masken
Metallteile
Vacu-Teile
Acetatfilm
Vinyl-Teile / -Räder
Begleitbroschüre
Poster / Kunstdruck
Bauanleitung, farbig
Bauanleitung, s/w
Lackieranleitung, farbig
Lackieranleitung, s/w
Sammlerartikel / Zugabe
Aufkleber / Abziehbilder
Auslegung:
Basisbausatz
Bausatz mit Zubehör/Aufwertung
Multimediabausatz
Dual- / Mehrfachbausatz
Bauanleitung
sachlich, zweckmäßig
High End
komfortabel
Download-Option
Konzept
Produktidee:
Wiederauflage
Variante
Formentausch
Neuheit
Spritzguss:
Decals:
Resin:
Qualität
Klarsichtteile:
Design-Merkmale
Ausstattung:*
Umsetzung:
Interior
Motor / Triebwerk
Türen / Klappen
* in Bezug auf die vorliegende Bausatzvariante (Basisbausatz)