YAMAHA TY 125 1/8

Box & Bausatzinhalt
- rundum farbig bedruckte, oben öffnende Klappdeckelbox
- 3 weiße Spritzrahmen mit 104 Teilen
- 2 verchromte Spritzrahmen mit 17 Teilen
- 1 Klarsichtrahmen mit 6 Teilen
- 2 schwarze Vinylreifen
- 1 schwarzer Vinylspritzrahmen mit 14 Teilen
- 8-seitige, teils farbige Bau- und Lackieranleitung
Vorwort
Mit der Yamaha TY 125, hat Heller einen weiteren Wunsch von Sammler und Bastler zugleich erfüllt und einen lange Zeit nur noch sehr schwer zu bekommenden Bausatz auf die Basteltische zurück gebracht. Der Kit stammt aus den 1970ern und kann, was Detaillierung und Umsetzung betrifft, nach wie vor sehr überzeugen.
Vorbild / Historie:
Das 125 TY YAMAHA wurde vom ehemaligen Trial-Champion Mick ANDREWS in groben Zügen entworfen. Sein geometrischer Rahmen und die Verwendung spezieller Legierungen bei der Herstellung bestimmter Teile machten es äußerst handlich. Sein sehr flexibler Motor, der mit einem gut abgestuften Sechsganggetriebe und einer sehr guten Federung ausgestattet war, ermöglichte es ihm, in der Stadt zu fahren. HELLER bietet Ihnen den 1976 erschienenen Typ 1K6 mit einem größeren Schalldämpfer als der des ursprünglichen Modells Typ 541 und satinschwarzen Motorgehäusen anstelle von poliertem Aluminium, an. (Textquelle: Heller / Bildquelle: Wikimedia)

Der Bausatz
Im Inneren der rundum farbig und mit Informationen bedruckten Klappdeckelschachtel befinden sich die weißen Spritzrahmen und die Vinylteile lose, nur der Spritzrahmen mit den Klarsicht- und Chromteilen ist zusätzlich zum Schutz eingetütet. Mit der in A4 gedruckten Bauanleitung und dem kleinen Decalbogen ist der Inhalt dann auch schon komplett.
Die Schachtelrückseite verrät uns ein ursprüngliches Produktionsjahr von 1979. Und dafür ist der Bausatz auch heute noch sehr überzeugend. Gerade der Detaillierungsgrad, sprich die Anzahl der Teile, ist wirklich gut. Auch was die Spritzgussqualität an sich angeht, findet man weder größere Grate, relevante Sinkstellen oder Formversätze. Einzig einige Auswerfermarken sollten verfüllt werden, wie etwa an der Innenseite der Schutzbleche. Wobei wir auch gleich bei einem nicht so schönen Umstand wären! Leider ist beim vorliegenden Bausatz der Spritzrahmen 1 einseitig stark verzogen, was vor allem das Schutzblech (Teil Nr. 7) ohne Korrektur unbrauchbar macht. Ein vorsichtiges Nacharbeiten mittels Fön oder heißem Wasser wäre die eine Möglichkeit, ein anzuforderndes Neuteil über den hervorragenden Heller/Glow2B-Service ein andere… Meine Nachfrage bei Modellbaukollegen, die diesen Kit erworben hatten, ergaben keine Beanstandungen, somit also ein Einzelfall und zurück zum Kit. Ebenfalls auf diesem Spritzrahmen ist das Hilfstool zum Herstellen der beiden Federn für die seitlichen Stoßdämpfer, Die ca. 20cm langen Silberdrähte werden genau nach Anleitung gewickelt und verleihen dem Modell noch zusätzlichen Realismus. Die Ritzel samt Kette sind akzeptabel, würde man dies bei heutigem Formenbau eines 1/8 Modells allerdings anders, filigraner lösen können. Was auf den weißen Spritzrahmen auch noch ins Auge sticht ist zum einen der Sitz mit seinen abgesteppten Feldern und angedeuteten Nähten, das sauber durchbrochene Schutzgitter des Schalldämpfers, und natürlich der Motor, bei dem der Zylinder mit Kühlrippen durch einzelne Lagen aufgebaut wird. Eine tolle Lösung, welche lästige, mühsam zu entfernende Formtrennlinien vermeidet. Die weiteren Teile sind zum einen der Klarsichtteilerahmen, der makellos erscheint, der größere Rahmen mit den Vinylteilen, also Schläuche und Leitungen und die beiden Rahmen mit den verchromten Teilen. Sehr gut abgespritzt, gäbe es hier nur die auch im Maßstab 1/8 noch etwas zu dicken Speichen der Felgen zu thematisieren. Allerdings sollte man sich hier wieder das alter des Kits ins Gedächtnis rufen. Spritzgusstechnisch war dies damals wohl sicher die Grenze des sicher machbaren, ohne in der Produktion zu viel Ausschuß zu produzieren. Haken wir also auch diesen Punkt als „passt und ist gut so“ ab. Ein Hinweis noch, was die Spritzrahmen an sich betrifft. Die einzelnen Rahmen sind zwar durchnummeriert, die Bauteilenummern sind aber über alle Rahmen hinweg fortlaufend. Der Letze Punkt auf der Liste wären nun die Reifen. Natürlich in Vinyl gefertigt, haben sie ein mittelgrobes Stollenprofil und dankeswerterweise auch Hersteller- und Größenangaben auf den Flanken. Die umlaufende Formtrennlinie ist kaum sichtbar und somit zu vernachlässigen.
Decalbogen
Der Decalbogen ist dem Original entsprechend relativ einfach gehalten, mit Tankdekor, Tachometer und Typenbezeichnung, ist er schon komplett. Dünn gedruckt und ohne erkennbaren Versatz, sollte dieser gut zu verarbeiten sein. Im Gegensatz zum Boxart ist das Tankdekor aber in Rot, statt in Schwarz gehalten.
Bauanleitung
Die Bauanleitung ist gut umgesetzt und führt in überschaubaren 18 Schritten bereits zum fertigen Modell. Alle Baustufen sind in angenehmer Abbildungsgröße dargestellt und mit Farbnummern zum Heller- und Humbrol-System versehen. Auf der Kartonrückseite erhält man zusätzliche Hinweise zum Revell-Farbsystem. Auf Besonderheiten wird exakt hingewiesen, wie etwa dem Erstellen der Federn mittels Silberdraht und Biegewerkzeug. Fehlt nur eine farbige Seitenansicht des fertigen Motorrad-Modells, weniger der Decals wegen, würde es aber für nicht so geübte Modellbauer die Farbgebung der Teile vereinfachen.
Fazit
Mein Dank geht an Heller, für die Entscheidung diesen wirklich guten und unter Sammlern als wahren Klassiker betitelten Kit wieder aufgelegt zu haben. Der Bausatz gehört mit seinen 140 Teilen zwar nicht gerade zu den typischen Anfängermodellen, durch die durchdachte Auslegung der Teile, sollte er aber auch von weniger erfahrenen Bastlern ohne Schwierigkeiten zu meistern sein.
Diesen sehr empfehlenswerten Bausatz erhalten Sie im gut sortierten Fachhandel.
Happy Modelling,
Thomas Schneider
(September 2021)
