Übersicht
Artikelbezeichnung: le.gl. Einheits-Pkw Kfz. 1 Soft Top
Maßstab: 1/35
Hersteller: ICM
Material: Spritzguss, Decals
Preis: ca. € 31,–
Artikelnummer: 35582
Produktlink: Kfz. 1 Soft Top
Vertrieb: Glow2B
Einleitung
Soweit ich feststellen konnte, gibt es den leichten geländegängigen Einheits-PKW Kfz. 1 im Maßstab 1/35 nur von ICM. Und er dürfte sich gut verkaufen, wurde der Bausatz seit 2010 doch schon mehrere Male in unterschiedlichen Varianten auf den Markt gebracht.
le.gl. Einheits-Pkw Kfz. 1 Soft Top


Box & Inhalt
Wie bei ICM üblich, umhüllt ein dünnwandiger Hochglanzstülpdeckel eine praktische, stabile und wiederverschließbare Klappdeckelschachtel. Das Deckelbild zeigt ein Kfz. 1 der I. Gruppe des Jagdgeschwaders 51 im Juli 1941 in Weißrussland. Dem Hersteller ist bei der Bezeichnung ein kleines Missgeschick passiert. Statt Einheitz-Pkw sollte es natürlich Einheits-Pkw heißen.
5 Spritzgussrahmen in grauem Kunststoff mit 206 Teilen
1 Rahmen mit 10 Klarsichtteilen
1 Decalbogen
24-seitige Bau- und Bemalungsanleitung im Format A4
Geschichte des Originals
Die ab 1934 entwickelten, als Einheits-PKW bezeichneten Fahrzeuge, sollten die in der Reichswehr und Wehrmacht eingesetzten PKW`s ersetzen, welche auf zivilen Modellen basierten, für den militärischen Einsatz modifiziert worden waren, aber den militärischen Ansprüchen, was Geländegängigkeit und Haltbarkeit anging, nicht gewachsen waren. Mit den in leichte, mittlere und schwere Einheits-PKW´s unterteilten Fahrzeugen, sollten höchste Geländegängigkeit und weitgehende Vereinheitlichung der Typenvielfalt bei der Wehrmacht Einzug halten, was aber im Endeffekt auch durch diese Modelle nicht ganz gelang, da sie zu kompliziert, zu schwer und anfällig waren und immer noch zu viele bauliche Unterschiede aufwiesen. So unterschieden sich z.B die Motoren bei gleichen Modellen. Erst Fahrzeuge wie der VW-Kübelwagen, konnten in dieser Richtung Abhilfe schaffen.
Der leichte geländegängige PKW (le.gl. PKW Kfz. 1) wurde 1936 von der Firma Stoewer aus Stettin vorgestellt und in etwas mehr als 17.500 Exemplaren unter Einbeziehung von BMW und Hanomag hergestellt. Die ab 1937 an die Wehrmacht übergebenen Fahrzeuge zeigten schnell Schwächen auf, da sie zu schwer waren (Spritverbrauch zu hoch), eine zu komplizierte Konstruktion aufwiesen (u.a. bis 1940 mit Allradlenkung) und der Wartungsaufwand zu groß war, was sich unter feldmäßigen Bedingungen natürlich sehr nachteilig auswirkte. Auch wurde die Geländegängigkeit bemängelt, was dazu führte, dass die Fahrzeuge 1942 von etwa 90 % der Truppe abgelehnt wurden und als für den Kriegseinsatz unbrauchbar eingestuft wurden. Die Produktion wurde 1943 eingestellt, und durch den VW Typ 82 ersetzt. Die Kfz. 1 wurden als Mannschaftstransporter eingesetzt.
Bausatz & Teile
Die grauen Spritzrahmen sind mit sehr feinen, und schön detaillierten Teilen bestückt. Alle Bauteile sind ohne Verzug und weisen scharfkantige Details auf. Vereinzelt ist etwas Gussgrat zu sehen, welcher aber leicht zu entfernen ist. Die Klarsichtteile sind schlierenfrei und von guter Transparenz.
34 Bauabschnitte beschäftigen sich mit dem Zusammenbau des Fahrwerks und des sehr gut detaillierten Motors, der dann unter einer geschlossenen Haube verschwinden soll. Will man ihn zeigen, ist Eigeninitiative angesagt – er hätte es sich verdient. Schade, dass die Vorderräder nur in Neutralstellung angebaut werden können. Will man sie eingeschlagen darstellen, was dem Modell mehr Leben verleihen würde, müsste man auch hier auf „do it yourself“ zurückgreifen.
Die „Blechteile“ der Karosserie und die Räder gefallen mir sehr gut. Hier hat ICM absolut überzeugend modelliert. Das Stoffverdeck könnte noch ein paar ausgeprägtere Falten vertragen. Die Sitze und die Rückbank sind äußerst einfach aufgebaut. Die Anzeigen am Armaturenbrett werden mit Decals dargestellt. Es liegen auch vier sauber wiedergegebene Karabiner 98k bei, die im Innenraum angebracht werden können. Das Fahrzeugheck wird noch mit einem Reserverad und Benzinkanistern bestückt.
Bauanleitung, Decals & Markierungsmöglichkeiten
Die in schwarz/weiß gehaltene Bauanleitung im A4-Format ist äußerst übersichtlich und exakt gezeichnet, kein einziger der insgesamt 94 Bauabschnitte wirkt überladen. Es ist auch angegeben, wie einzelne Teile lackiert werden sollten. Damit ihr euch einen Überblick über die Anleitung verschaffen könnt, zeigen wir sie hier in Auszügen.
Die Bemalungsanleitung ist farbig gestaltet und bezieht sich auf die Paletten von Revell und Tamiya. Der Decalbogen, der sauber und ohne Versatz gedruckt wurde, erlaubt die Darstellung folgender vier Fahrzeuge:
16. Panzer-Division, Raum Don, Juni 1942
11. Panzer-Division, Ukraine, Juli 1941
Panzergruppe 1 Kleist, Ukraine, Juli 1941
I/JG 51, Stary Bykhov, Weißrussland, Juli 1941
Gebautes Modell eines Kfz. 1 von ICM in 1/35
Bildquelle: ICM
Fazit
ICM aus der Ukraine hat mit dem Kfz. 1 einen willkommenen Bausatz aufgelegt, der so manches Diorama aus der Anfangszeit des Zeiten Weltkriegs bereichern wird. Die Plastikteile sind gut detailliert und der Zusammenbau scheint nicht sonderlich kompliziert zu werden, was für viel Bastelspaß sorgen wird. Ich meine, der Kit kann auch Anfängern empfohlen werden.
Stefan Fraundorfer, Februar 2021