Gigant in klein
Modell: Hanomag SS-100 Gigant
Gebaut von: Roland Sachsenhofer
Maßstab: 1/72
Verwendeter Bausatz: Takom (5018)
Der hier im Modell vorgestellte Hanomag SS-100 „Gigant“ war eine schwere, ursprünglich für den zivilen Markt entwickelte Zugmaschine, mit der ab 1938 auch Einheiten es deutschen Heeres, der Luftwaffe und der Marine ausgerüstet worden sind. Bis Kriegsende waren über 6.200 Stück dieser Schleppmaschine ausgeliefert worden. Die Leistung war nach damaligem Stand äußerst ansehnlich, denn mit einer Zugkraft von 20 Tonnen stellte der Gigant eine der stärksten Zugmaschinen ihrer Zeit dar.

Selbst war sie natürlich auch kein Leichtgewicht: 6.770 kg brachte die SS-100 bei einem Radstand von drei Metern auf die Waage, angetrieben wurde sie von einem Hanomag Dieselmotor D 85S mit 100 PS (auf diese Motorleistung bezieht sich auch die Typenbezeichnung SS-100). Je nach Getriebeausführung erreichte der Hanomag Gigant eine Geschwindigkeit von 35 bis 45 km/h.
Die Produktion des Hanomag Gigant wurde sogar noch nach dem Krieg bis 1952 in kleiner Serie weitergeführt, sodass selbst heute noch einige fahrbereite Exemplare dieses Giganten anzutreffen sind. Wer ausführlichere Informationen zu diesem interessanten Fahrzeug finden möchte, sei auf meinen ersten Artikel zum Hanomag SS-100 verwiesen: parallel zu diesem Modell habe ich Tamiyas größere Ausgabe in 1/48 fertig gestellt.
Zu Bausatz und Bauprozess
Den Bausatz des SS-100 hat mich als Beilage zum fiktiven „Sänger-Antipodenbomber“ von Takom erreicht. Diese Bestückung sollte eine szenische Darstellung ermöglichen, in dem zwei deutsche Atombomben – ebenfalls beiliegend – zu diesem Interkontinentalbomber geschleppt werden. Das wollte ich nun wirklich nicht darstellen. Allerdings haben mir die Bauteile der Zugmaschine mit den beiden Anhängern wirklich gut gefallen und zu einem kleinem Modellprojekt gereizt, noch dazu, wo mir eine dieser Hanomag-Zugmaschinen als Fotorequisite für eigene Projekte im 72er Maßstab sehr gelegen kommt.
Der Bau selbst ging dank der hohen Qualität der Teile ohne Probleme und zügig von der Hand. Das hohe Maß an Detail, dass sich in einem Spritzgussbausatz dieses kleinen Maßstabs verwirklichen lässt, hat mich ausgesprochen positiv überrascht!
Der Hanomag SS-100 wurde „aus der Schachtel“ gebaut, natürlich gibt es keine Zusätze wie Ätzteil-Sitzgurte, allerdings habe ich die etwas zerkratzte Windschutzscheibe gegen ein klareres Exemplar eigener Produktion ausgetauscht und dazu auch noch für Scheibenwischer gesorgt.
Abschließend kann ich also behaupten: der SS-100 Gigant von Takom, der übrigens auch als eigener Bausatz erhältlich ist, garantiert ein spannendes und zügig umzusetzendes Bauvergnügen und kann für alle Interessierten wärmstens empfohlen werden!
Ein kleiner Nachsatz: spannend war für mich bei diesem kurzweiligen Projekt auch noch etwas anderes: dieses Gefährt war die ideale „Leinwand“, um die Qualitäten einer neu erworbenen Airbrush von Harder & Steenbeck auszuprobieren: die Linien einer Netztarnung können mit dieser formidablen Gerätschaft tatsächlich erstaunlich fein und dünn gesprayt werden! Auch von dem her werde ich dieses Projekt in freudiger Erinnerung behalten.
© Modell, Bilder und Text: Roland Sachsenhofer





